Strafgericht Zug
Frau in Angst und Schrecken versetzt – jetzt droht Gefängnis

Ein 45-jähriger Mann hat in Zug eine Frau wiederholt bedroht. Er war wegen Ähnlichem bereits aktenkundig. Deshalb soll er für 25 Tage hinter Gitter.

Andreas Faessler
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Anfang Dezember 2020 betrat ein Mann an einem Abend eine Bar in der Stadt Zug. Er fiel durch ungebührliches Verhalten auf, indem er im Barlokal eine Einkaufstüte herumschmiss und die aufliegende Gästekontrollliste traktierte. Die Geschäftsführerin der Bar forderte den 45-jährigen Mann auf, das Lokal zu verlassen. Bevor der kroatischstämmige, in einer Luzerner Gemeinde wohnhafte Besucher der Aufforderung nachkam, äusserte er sich gegenüber der Geschäftsführerin gemäss Strafbefehl mit den folgenden Worten: «This is my battlefield, and you are no longer my problem!» («Das ist mein Schlachtfeld, und du bist nicht länger mein Problem!») Und weiter: «Sag zu deiner Zwillingsschwester, dass (sein Name) hier war. Hast du mich verstanden?» Mit dieser drohenden Geste habe er die Frau in Angst und Schrecken versetzt, notiert die Zuger Staatsanwaltschaft dazu.

Am Abend des Folgetages erschien der ungebetene Gast erneut vor derselben Bar. Er griff den Desinfektionsmittelspender beim Eingang an und formte seine Hand zu einer Pistole, als er die Geschäftsleiterin am Fenster erblickte. Der Mann richtete seine Hand auf sie und mimte auf diese Weise, auf sie zu schiessen. Die irritierte Frau folgte dem sich jetzt entfernenden Mann und wollte ihn zur Rede stellen. Seine wenig aufschlussreiche Antwort: «Wage es ja nicht, nach Luzern zu kommen!» Auch an diesem Tag habe der 45-Jährige die Frau abermals verängstigt und eingeschüchtert, heisst es sinngemäss im Strafbefehl.

Unbedingte Freiheitsstrafe gefordert

Es war nicht das erste Mal, dass der Mann mit solchen Auftritten auffällig geworden ist – er ist wegen Ähnlichem bereits zuvor mehrfach verurteilt worden. Die Zuger Staatsanwaltschaft hält es deshalb für angemessen, statt einer Geldstrafe einen Freiheitsentzug auszusprechen. Das soll den Mann vor weiteren Delikten abhalten. Die Staatsanwaltschaft spricht sich denn auch gleich für eine unbedingte Freiheitsstrafe aus, da sie der Ansicht ist, dass wegen der einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten eine lediglich bedingte Strafe kaum Wirkung erwarten liesse.

Der Strafbefehl fordert einen Schuldspruch der mehrfachen Drohung mit einer Freiheitsstrafe von 25 Tagen. Gegen diesen Bescheid kann der Beschuldigte Einsprache erheben.