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Kolumne

Sumpfblase Prostitutionsverbot

Nur wo die Prostitution oder der Sexkauf verboten sind, wird die Prostituierte zum lohnenden Ausbeutungsobjekt für die Unterwelt, sagt unser Kolumnist und Anwalt Valentin Landmann.
Valentin Landmann
Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

In einem Sumpf gärt es fortwährend. Deshalb treten immer wieder Sumpfblasen auf. Eine solche Sumpfblase im übertragenen Sinn ist die immer wieder auch in Europa auftretende Forderung, man müsse Prostitution verbieten, ob direkt oder durch das Verbot des Sexkaufs macht praktisch keinen Unterschied.

In Mitteleuropa haben wir ein liberales Prostitutionsrecht. Prostitution gilt als legales Gewerbe. Die Prostituierte geniesst Rechtsschutz. Als EU-Bürgerin kann sie in der Schweiz auch eine Bewilligung zur Ausübung ihres Gewerbes erhalten. Meist gehen Prostituierte nach 90 Tagen Arbeitsausführung in der Schweiz wieder in ihre Heimatländer zurück. Sie sind nicht die Migranten, die unser System belasten. In der Schweiz sind mit der Einführung der liberalen Regelung zur Prostitution Anfang der 90er-Jahre Zwangsdelikte wie Zuhälterei und Menschenhandel effektiv gewaltig zurückgegangen. Seit damals ist in der Schweiz Zuhälterei und Kuppelei nicht mehr strafbar.

Strafbar bleibt selbstverständlich Menschenhandel, und strafbar bleibt auch jeder gegenüber der Prostituierten ausgeübte Zwang.

Das System bewährt sich bei uns. Clubs konkurrieren darin, den Frauen möglichst vorteilhafte Konditionen anzubieten, damit die Frauen sie bevorzugen, gerne zu ihnen kommen, weil sie eben die besten Verdienstmöglichkeiten haben. Eine Prostituierte, die von ihrem Freund oder irgendeiner Gruppierung unter Druck gesetzt wird, hat bei uns den vollen Zugang zu allen rechtlichen Mitteln. Sie kann zur Polizei gehen. Sie kann sich wehren. Sie riskiert nicht, ebenfalls gleich wegen Ausübung der Prostitution verhaftet zu werden, oder dass ihre Gäste wegen Sexkauf einer anprangernden Strafe ausgesetzt werden.

Anerkennung als normaler Beruf

Mit der Zeit setzt sich auch – jedenfalls bei allen, die mit dem Rotlichtleben direkt zu tun haben, wie auch bei Betreuerinnen von den entsprechenden Institutionen – die Erkenntnis durch, dass eine Frau in der Prostitution nicht sich selbst, sondern einfach eine Dienstleistung verkauft.

Aber trotzdem flammt immer wieder die Auffassung auf, Prostitution sei ein Herd männlicher Unterdrückung und Dominanz gegenüber der Frau und müsse rechtlich kriminalisiert werden. Die Mär von der männlichen Machtausübung in der Prostitution kommt natürlich aus Ländern, in denen die Prostitution verboten ist, ursprünglich wohl von der amerikanischen Soziologin Kate Millett, später übernommen von Alice Schwarzer in Europa und weiteren ideologisch beseelten Frauenrechtlerinnen.

Wenn man sich für die Befreiung der Frauen einsetzen will, wenn man will, dass eine Frau selbstständig entscheiden kann und auch nicht für ewig abgestempelt ist, wenn sie einmal Prostitution ausgeübt hat, so gibt es nur einen Weg: Die volle Legalität und die volle Anerkennung als normaler Beruf. Wir haben in der Schweiz Fortschritte gemacht. Diese dürfen wir nicht von politischen Fantastereien zunichtemachen lassen. Nur wo die Prostitution oder der Sexkauf verboten sind, wird die Prostituierte zum lohnenden Ausbeutungsobjekt für die Unterwelt.

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