Ratgeber Kaltbaden
Was Sie beim Winterschwimmen beachten müssen

Tipps und Tricks um gut vorbereitet ins kalte Wasser zu steigen von einem Profi und Kältecoach.

Katja Fischer De Santi
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Wim Hof, «The Ice Man» aus Holland.

Wim Hof, «The Ice Man» aus Holland.

Bild: Instagram

Menschen, die im Winter in Gewässern schwimmen, gibt es schon lange. Aber erst seit der Holländer Wim Hof daraus ein nach ihm benanntes Atem-Meditations-Kälte-Programm entwickelt hat, ist es eine Trendsportart geworden. Hof glaubt an die Heilkraft extremer Kälte. Er kann stundenlang in Eiswasser baden und rennt Marathons im Schnee – barfuss. Hof behauptet, seine Methode stärke nicht nur das Immunsystem, sondern helfe auch gegen alle möglichen psychischen Leiden. Er habe selbst erst via Meditation im Eisloch über den Tod seiner ersten Frau hinweggefunden. Immerhin bewiesen ist, dass regelmässiges Kältebaden vor Erkältungen schützt.

Wer mit dem Kältesport beginnt, sollte einige Regeln beachten. Auf der Website «swisscoldtraining.ch» sind wichtige Tipps und Regeln zusammengefasst.

Regeln fürs Kaltbaden

  • Als Ungeübte sollte man im Winter nie allein schwimmen. «Es kann sehr schnell gehen am Anfang», sagt Simon Hegener. «Wer sich wohl und warm fühlt im kalten Wasser, ist vermutlich schon unterkühlt.» Anfänger sollten nur mit einer ausgebildeten Fachperson ins Eisbad steigen oder mit kalten Duschen beginnen, deren Länge man kontinuierlich steigert.
  • Als Faustregel gilt zudem, im Winter nur so viele Minuten im Wasser bleiben, wie die Wassertemperatur beträgt. Also fünf Minuten in fünf Grad kaltem Wasser. 
  • Vom Aufwärmen vor dem Kältebad hält Hegener nicht viel. «Dadurch vergrössert man den Temperaturunterschied nur noch.»
  • Ruhig und langsam ins Wasser steigen, nicht hineinspringen, nicht tauchen, ruhig atmen und ruhig wieder aus dem Wasser steigen.
  • Mit dem Kopf nicht untertauchen
  • Keine Wettbewerbe veranstalten
  • Eine Schwimmhilfe mitnehmen, wenn man weiter rausschwimmt
  • Nach dem Bad, kann man ein paar  langsame Aufwärmübungen machen, bevor man  warmen Kleider anzieht.
  • Ist es sehr kalt helfen Handschuhe und Füsslinge aus Neopren die Hände und Füsse zu schützen. Achtung werden Hände und Füsse taub, dann sofort aus dem Wasser.
  • Warme Schuhe, wenn möglich ohne Schnürsenkel mitnehmen. Mit kalten Händen lassen sich Schuhbändel fast nicht mehr binden auch Reissverschlüsse und Knöpfe können zum Hindernis werden.
  • Lauwarmer Tee hilft nach dem Bad, die Kälte aus dem Körper zu vertreiben. Fortgeschrittene können Atem- und Fokusübungen gegen die Kälte danach einsetzen.
  • Danach keine heisse Dusche oder ein warmes Bad nehmen. Dann schiesst nämlich das kalte Blut ungebremst zum Herzen, das kann gefährlich werden.