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Top: «Tatort» aus Freiburg und Frankfurt

Zu Weihnachten scheinen uns Südwestrundfunk und Hessischer Rundfunk beschenken zu wollen – mit zwei aussergewöhnlichen «Tatort»-Folgen aus dem Schwarzwald und aus Frankfurt.
Susanne Holz
Die Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Luka Weber (Carlo Ljubek) befragen den Studenten Damian (Thomas Prenn).

Die Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Luka Weber (Carlo Ljubek) befragen den Studenten Damian (Thomas Prenn).

Aussergewöhnlich sind die beiden Folgen, weil sie kunstvoll gemacht sein, ohne aber manieriert zu sein. Sehenswert zudem, weil in beiden Folgen ein freundschaftlich agierendes Ermittlerpaar für grundsolide Menschlichkeit und den nötigen Humor zwischendurch sorgt.

Da wäre zum einen die Folge «Damian» aus dem Schwarzwald, die heute nur auf ARD zu sehen ist. Frischen Schwung erhält der noch junge Freiburger «Tatort» zunächst mal durch den starken Auftritt einer «Vertretung»: Weil Hauptdarsteller Hans-Jochen Wagner (als Kommissar Friedemann Berg) beim Dreh krankheitsbedingt ausfiel, sprang Carlo Ljubek für ihn ein. Ljubek ermittelt als Kommissar Weber an der Seite von Eva Löbau als Kommissarin Tobler, und man darf ihn wohl ohne Skrupel als echten Gewinn für den «Tatort» aus dem Schwarzwald bezeichnen – wenn auch nur einmalig.

Übermüdet, Kuchen und Schlagermusik

Doch «Damian» glänzt nicht nur mit Carlo Ljubek, sondern auch mit dem Drehbuch aus der Feder von Lars Hubrich und Stefan Schaller. Die beiden vermischen Erzähl- und Zeitebenen so raffiniert, dass man erst im Nachhinein so richtig schlau aus dem Ganzen wird und sich als Zuschauer oft so verloren fühlt wie der schizophrene Jurastudent Damian, Namensgeber der Folge und ganz hervorragend gespielt von Thomas Prenn in seiner ersten Hauptrolle. Wie hier der Fall eines im Wald ermordeten Liebespaars mit einer im Wald gefundenen Brandleiche und einem Studenten in seelischer Not verknüpft wird, ist hohe Kunst. Der rote Faden: zwei übermüdete Kommissare, Kuchen und Schlagermusik.

Scheitern die Franfurter Kommissare Anna Janneke und Paul Brix an einem Bürogebäude?

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Mit gewollter Unschärfe der Sicht spielt auch der «Tatort» aus Frankfurt, den das Schweizer Fernsehen am zweiten Weihnachtsfeiertag zeigt. Nicht nur der Titel, nein, die gesamte Handlung mutet faszinierend kafkaesk an. «Der Turm» ist ­ ein anonymes Büromonstrum inmitten der Stadt, zu dessen Füssen eines Nachts eine nackte Tote liegt, in die Tiefe gestossen nach einer Sexparty. Wer in diesem Turm arbeitet, was hier gearbeitet wird – es bleibt im Dunkeln. Kafka lässt grüssen.

«Tatort» Schwarzwald: «Damian», heute, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD.
«Tatort» Frankfurt: «Der Turm», Mittwoch, 26.12., 20.05 Uhr, SRF 1.

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