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Kolumne

Trocken im Regen

Postkarte aus Schardscha, wo die reichen Scheiche den Regen in ein Zimmer gesteckt haben.
Susanna Petrin

Es regnet in Strömen. Und ich stehe mittendrin –und bleibe trotzdem trocken.

Ich fühle mich wie Moses, als sich das Meer für ihn teilte.

Die Wolken über mir bilden Schneisen, wohin ich auch gehe. Im Emirat Schardscha haben die reichen Scheiche den Regen genommen, in ein Zimmer gesteckt und gezähmt. So scheint es. Im «Rain Room» lässt sich im Regen laufen, singen und tanzen, ohne auch nur einen Tropfen abzubekommen. Sofern man es langsam tut.

3D-Kameras verfolgen jede Bewegung und geben die Daten an die Düsen weiter. Behutsam sparen sie den Menschen aus, während rund um ihn 2500 Liter Wasser im Umlauf sind. Gott ist hier die Technik. Der «Rain Room» ist ein durch und durch künstliches Naturerlebnis. Ausgeheckt hat ihn das Künstlerkollektiv Random International. Erstmals präsentiert wurde die Installation 2012 in London. Im Wüstenstaat, wo Süsswasser rarer ist als Erdöl, hat der «Rain Room» 2018 ein permanentes Zuhause bekommen.

Draussen ist es heiss. Ich renne und werde nass bis auf die Haut. Ausgetrickst?

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