Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Unser schönstes Kleid: Erstaunliche Fakten über die Haut

Das grösste Sinnesorgan ist äusserst empfindsam. Mit der Haut spüren wir Schmerzen, Kälte und den ersten warmen Hauch des Frühlings. Und ihre tiefste Zuneigung zeigen sich Menschen Haut an Haut. Zahlen und Fakten über die kostbare Hülle.
Illustration: Martina Regli, Text: Melissa Müller

Spiegel der Seele: An der Gesichtshaut wird unser Gefühlsleben sichtbar: Wenn wir Gänsehaut oder Sorgenfalten bekommen, vor Schreck blass werden, vor Scham erröten oder in Angstschweiss ausbrechen.

Cellulite: Das Bindegewebe ist bei Männern fester und zu einem Netz verwoben. Fettansammlungen können sich nicht durch dieses Netz hindurchzwängen – darum haben Männer keine Cellulite. Bei Frauen verlaufen die Gewebsfasern senkrecht wie Säulen. Dazwischen können Dellen entstehen. Dank diesem Bindegewebe kann der Körper im Falle einer Schwangerschaft schneller Reservefett einlagern. Auch die teuersten Cremes helfen nicht gegen Orangenhaut – sie dringen nicht tief genug ein.

Hautkrebs: Die Schweiz hat die höchste Hautkrebsrate Europas. Das hängt damit zusammen, dass wir es uns leisten können, oft weit weg zu fliegen. Pro Jahr erkranken hierzulande laut Krebsliga rund 2700 Menschen an einem Melanom (schwarzer Hautkrebs). Wer vom Büro in die Malediven fliegt und sich ohne Angewöhnen an die pralle Sonne legt, tut sich keinen Gefallen. Die UV-A-Strahlung in Solarien ist noch krebserregender. Die abrupte Bestrahlung stresst die Haut. Sie wird davon krank. Nicht sofort, sondern oft erst Jahre später – wenn sich die Zellen krankhaft verändern.

Tastsinn: Sanfte, zärtliche Berührungen lassen den Menschen wohlig erschaudern. Denn in allen Hautschichten befinden sich Sinneszellen, die Rezeptoren. Sie nehmen Reize wie Druck, Temperatur und Schmerz von aussen auf und leiten sie als elektrische Impulse an das Rückenmark weiter, das wiederum dem Gehirn meldet, was «draussen» passiert. An den Fingerspitzen gibt es etwa 135 Rezeptoren pro Quadratzentimeter, am Rücken nur sieben. Die meisten Sinneszellen haben wir an den Fingerspitzen, den Lippen, der Zunge und den erogenen Zonen.

Hautfarben: Verschiedene Hautfarben sind eine clevere Strategie der Haut, um sich dem Leben in verschiedenen Breitengraden anzupassen. Verantwortlich ist Melanin, ein braunes Pigment, das vor der Sonnenstrahlung schützt. Menschen, die nur wenige Mengen dieses Stoffes in sich tragen, sind hellhäutiger. Menschen, die viel Melanin in der Haut haben, sind dunkelhäutiger und können länger in der Sonne bleiben. Bei einer hohen UV-Einstrahlung können aber auch sie einen Sonnenbrand erwischen.

Aufbau: Hautärztin Yael Adler vergleicht die Haut in ihrem Buch «Haut nah» mit einer Tiefgarage mit drei Stockwerken. Das erste Untergeschoss, die Oberhaut, ist dünner als ein Millimeter und schützt vor Eindringlingen. Darunter liegt die zwei Millimeter dicke Lederhaut, vollgepackt mit elastischen Bindegewebsfasern, Blutgefässen und Schweissdrüsen. Im dritten Untergeschoss liegt die Unterhaut mit ihrem Fettgewebe. Sie wirkt als Stossdämpfer für die Knochen.

Dicke: An den Fussohlen ist die Haut am dicksten: 4mm. An den Augenlidern ist sie am dünnsten: 1,5 mm.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.