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Kolumne

«Tatort»: Vom Ende des Bergbaus

Die vier Dortmunder Kommissare ermitteln im Fall eines ermordeten Kumpels.
Susanne Holz

«Uns fickt schon jeden Tach das Leben, das reicht dann am Abend», sagt Ex-Bergbaukumpel Ralf Tremmel (Thomas Lawinky) zu den Kommissaren aus Dortmund, gefragt, ob sein ermordeter Kumpel Andreas womöglich Kontakt zu einer Prostituierten hatte. Der 13. «Tatort» aus Dortmund trägt den Titel «Zorn» und handelt vom Ende des Bergbaus im Ruhrpott – ein aktuelles Thema: Im Dezember schloss real in Bottrop die letzte Zeche in Deutschland.

«Zorn» ist trotz seines impulsiven Titels ein tendenziell langatmiger Krimi mit etwas wirrer Handlung und Unschärfe bei den Personenkonstellationen. Dafür sind wie stets in Dortmund die vier Kommissare Faber, Bönisch, Dalay und neu Pawlak (Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel und Rick Okon) so fein gezeichnet, dass es eine Freude ist, ihnen anderthalb Stunden zu folgen. Sehr toll in dieser Folge: Aylin Tezel beim Mimen einer Panikattacke.

Musik und Zwischentöne spielen Hauptrollen

Extrem gut sind auch das subtile Intro und sein Soundtrack, der sich sachte und melancholisch durch den ganzen Film zieht – schliesslich wird hier zu Grabe getragen, was den Ruhrpott einst grossgemacht hat: Steinkohle, Zechen, Kumpel. Für die Musik verantwortlich zeichnet der preisgekrönte schwedische Jazzpianist Martin Tingvall, der hier nicht zum ersten Mal mit Regisseur Andreas Herzog zusammenarbeitete. Das Drehbuch schrieb Jürgen Werner, es ist sein neuntes für die Dortmunder.

Musik, Bilder, Zwischentöne spielen hier Hauptrollen. Es wird Bier getrunken und den hart arbeitenden Menschen zwischen Rhein und Ruhr gehuldigt. Und der Landschaft selbst: Die Leiche wird am Ufer der Emscher gefunden, die Ex-Kumpel bewohnen eine alte Zechensiedlung und als Kulisse dient viel graues Herz vom Pott.

«Tatort» aus Dortmund: «Zorn». Heute Sonntag, 20.00 Uhr, SRF 1.

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