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Vom Laufsteg ins TV-Studio: Claudia Lässer über ihre Lebensstrategie.

Seit 2017 ist Claudia Lässer Programmchefin des TV-Senders Teleclub Zoom. Eine journalistische Ausbildung schloss die Fernsehfrau nie ab. Lieber stürzt sie sich in neue Aufgaben und lernt in der Praxis dazu.
Desirée Müller
Claudia Lässer wuchs in Islikon auf und absolvierte in Kreuzlingen das Lehrer-Semi. Heute lebt sie in Hermikon bei Dübendorf mit ihrem Partner und ihrer Tochter Linn. (Bild: Mareycke Frehner)

Claudia Lässer wuchs in Islikon auf und absolvierte in Kreuzlingen das Lehrer-Semi.
Heute lebt sie in Hermikon bei Dübendorf mit ihrem Partner und ihrer Tochter Linn. (Bild: Mareycke Frehner)

In Claudia Lässers Kinderzimmer landeten Puppen und Barbies schnell in einer Ecke. «Viel lieber dachte ich mir One-Man-Shows aus, zu denen ich meine Verwandten einlud – aber nur wer ein Ticket kaufte, durfte auf den kleinen Kinderstühlen Platz nehmen», sagt sie. Das wirtschaftliche Denken liegt Claudia Lässer im Blut. Doch für die 42-Jährige war schon seit klein auf klar, dass sie Lehrerin werden möchte.

Dank Modeln zum Fernsehen

An eine Modelkarriere dachte sie nie. Als 16-jährige Schülerin des Lehrerseminars in Kreuzlingen wurde Claudia Lässer jedoch von einer Modelagentur entdeckt. «Ich war immer schon gross und schlank. Die Aussicht auf ein Sackgeld war reizvoll.» Fotostudios und der Laufsteg wurden das zweite Zuhause der sportlichen Studentin.

1996 holte sie sich dann den Miss-Ostschweiz-Titel. «Die Agentur hatte zwei Jahre später die Schnapsidee, mich für die Miss-Schweiz-Wahl anzumelden», sagt sie und schüttelt den Kopf. Prompt schaffte es Lässer auf den vierten Platz. Heute ist sie froh über die Teilnahme: «Star TV wurde dadurch auf mich aufmerksam. Der Sender bot mir an, ihr Kinder- und Jugendprogramm aufzubauen.» Sie nahm den Job an und tauschte kurzerhand den Lehrerpult gegen den Regiestuhl. Zwei Jahre später wurde Claudia Lässer bereits die Redaktion und die Moderation der Sendungen «Fashion», «Freestyle» und «Claudias Sofa» sowie der gesamte Programmeinkauf für den Lifestylebereich von Star TV übertragen.

Verkehrte Welt

Eine journalistische Ausbildung schloss Lässer nie ab. «Ich mache es lieber umgekehrt. Ich stürze mich in eine neue Aufgabe und lerne dann in der Praxis dazu», erklärt sie ihre Strategie. Heute leitet Claudia Lässer die Sportabteilung von Teleclub sowie den Free-TV-Sender Teleclub Zoom

Schweiz und leitet 70 Angestellte. Einen grossen Teil ihres Teams hat sie persönlich eingestellt. Einige davon ebenfalls ohne TV-Erfahrung, aber mit viel Talent ausgestattet. «Lebensläufe können täuschen. Mir geht es immer und ausschliesslich um den Menschen hinter der Bewerbung», sagt sie. Nach ihrer rasanten beruflichen Laufbahn fühlt sich die Mutter einer 4-jährigen Tochter bei Teleclub angekommen. «Die Lust, neue Projekte umzusetzen, ist aber immer noch da.»

Als Moderatorin von Fussballspielen stiess Claudia Lässer in eine Männerdomäne. vor. (Bild:Mareycke Frehner)

Als Moderatorin von Fussballspielen stiess Claudia Lässer in eine Männerdomäne. vor. (Bild:Mareycke Frehner)

Ihre Pläne überschlagen sich förmlich. Ist das anstrengend für Ihr Umfeld?

Und wie! (lacht) Beruf und Privates fliessen bei mir zusammen. Meinen Job nehme ich oft gar nicht als Arbeit wahr, weil er mir sehr viel Spass ­bereitet. Aber zum Glück sind mein Partner und ich ein super Team. Eine klare Rollenverteilung gibt es nicht. Es ist grossartig, dass mein Partner Simon auch Mama-Aufgaben übernimmt.

Wird Ihre Tochter, die kleine Linn, langsam zum Papa-Kind?

Simon und Linn besuchen mich oft im Fernsehstudio. Linn findet es spannend auf ihrem Regiestuhl zu sitzen und Mami vor der Kamera zu sehen. Es ist mir wichtig, dass sie sieht, was ich den ganzen Tag mache. Zu Hause gehört meine Zeit dann ganz Linn. Bei meinem täglichen Fitnesstraining macht sie zudem mit viel Spass mit.

Sport ist ja sowieso sehr wichtig für Sie, richtig?

Im Semi geniesst man eine polysportive Ausbildung. Mein Vater war in den 80er-Jahren dazu der erste Fitnesscoach der Schweiz. Somit waren wir schon immer eine sehr aktive Familie. Meine Ehe mit Mathias Walther brachte mir den Fussball näher. Er war dazumal Sportchef der Grasshoppers Zürich, und ich lernte, dass zum Fussball viel mehr gehört als nur der Match selbst. 2008 wechselte ich zum Schweizer Sportfernsehen als Programmleiterin und moderierte einige Jahre später beim Teleclub die Fussball Super League Spiele.

Mussten Sie sich in der «Männerdomäne Sport» beweisen?

Damals war es schon komisch, als Frau ein Fussballspiel zu moderieren oder generell als Leiterin in Sachen Sport mitzureden. Heute ist das ganz anders. Doch ich fühlte mich in der ganzen Zeit nie entmutigt in meinen Plänen. Wenn ich etwas gut und gerne mache, hält mich nichts zurück. Das war schon immer so.

Sie führen ein 70-köpfiges Team. Was für eine Chefin sind Sie?

Um mich herum arbeitet das beste Team der Welt. Das Zwischenmenschliche ist mir als Leiterin sehr wichtig. Nur so kann ein Projekt erfolgreich umgesetzt werden und die Arbeit Spass machen. Aktuell mache ich noch meinen Master als eidgenössisch diplomierte Mentorin. Ich möchte meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, sie bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung unterstützen und sie in ihrem Arbeitsalltag begleiten.

Kam Unterrichten nie mehr in Frage für Sie?

Schule geben und Fernsehmachen haben viele Gemeinsamkeiten. Man vermittelt bei beidem Wissen auf unterhaltsame Art und Weise. Ob ich nun Inhalte recherchiere für eine Biologiestunde oder für ein Interview mit einem Studiogast – die Vorgehensweise ist die gleiche. Die Lehrerausbildung habe ich somit keine Sekunde lang bereut.

Und das Modeln?

Mit dem habe ich ebenfalls abgeschlossen. Spätestens während meiner Zeit in Mailand merkte ich, dass ich viel zu gerne mitrede und Einfluss auf eine Sache habe, um weiterhin als Model zu arbeiten. Aber jede meiner Stationen war unglaublich wichtig. Sonst wäre ich heute nicht hier. Genau dort, wo ich hingehöre.

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