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Von San José in ferne Galaxien

Drittgrösste Stadt Kaliforniens, 300 Sonnentage im Jahr, internationales Hightech- und IT-Zentrum – trotzdem ist San José immer noch ein Geheimtipp.
Anna-Karolina Stock

60 verschiedene Sprachen erklingen Tag für Tag in den Strassen von San José. «Sie machen die Stadt zu einem multikulturellen Ort», sagt Museumsführer Rich Saito vom Japanese American Museum. Zwar sind auch lateinamerikanische, viet­namesische und sogar polinesische Einflüsse zu spüren, doch spielt die japanische Kultur eine ganz besondere Rolle. San Josés Japantown entstand genau dort, wo sich die japanischen Einwanderer um 1890 als Farmer im Santa Clara Valley niederliessen. Mehr als ein Jahrhundert später bildet die japanische Gemeinde von San José eine der drei letzten historischen Japantowns in den Vereinigten Staaten. Dass das Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten alles andere als leicht war, möchte Rich Saito, pensionierter Polizist und selbst Nachkomme japanischer Einwanderer, an zukünftige Generationen weitergeben. «Unsere bewegte Vergangenheit ist der Grund, wieso San José heute unser zu Hause ist.» Das dürfe nicht in Vergessenheit geraten.

Sehnsuchtsort aus «Pretty Woman»

Etwas ausgelassener geht es auf der berühmten Einkaufsstrasse Santana Row in Downtown San José zu. Schattenspendende Eichen, Skulpturen französischer Künstler und antike Springbrunnen zieren die mondäne Shoppingmeile. Der Rodeo Drive in Beverly Hills als Sehnsuchtsort aus «Pretty Woman» war einmal, heutzutage wird im Elektroauto geshoppt: Mitten im Gewusel der Santana Row befindet sich der Flagship-Showroom von Tesla – ohne Hightech geht es in San José eben nicht.

Im Geisterhaus der Lady Winchester

Nur ein paar Blocks weiter steht das Winchester Mystery House, die wohl kurioseste Attraktion des Silicon Valley. Die viktorianische Villa gehörte Sarah Winchester, der Witwe des Gewehrfabrikanten William Winchester. «Neben 40 Schlafzimmern gibt es 47 Kamine, sechs Küchen, 13 Bäder, mehrere Geheimgänge und über 1000 Fenster – aber nur eine Dusche», zählt Museumsführerin Eve auf. Der Legende nach befürchtete Sarah Winchester, von den Geistern der getöteten Ureinwohner und Soldaten des Bürgerkriegs, die zu Hunderten durch Kugeln aus Winchester-Gewehren gestorben waren, im Schlaf getötet zu werden. Um nicht gefunden zu werden, schlief sie jede Nacht in einem anderen Zimmer und liess über 38 Jahre lang kontinuierlich neue Zimmer anbauen. «So entstand ein riesiges Labyrinth aus Sackgassen, Türen vor Wänden und Treppen, die in der Decke enden», berichtet Eve. Nichtsdestotrotz bleibt San José das Tor zu Innovation und Technologie. Dies wird deutlich, sobald man am Flughafenterminal B aus dem Flieger steigt und vom Space Observer, einer acht Meter hohen, kinetischen Skulptur des Kölner Künstlers Björn Schülke, begrüsst wird.

Die legendäre Garage von Steve Jobs und Steve Wozniak

Falls der Erfindergeist beim Anblick dieses raumsondenartigen Kolosses noch nicht geweckt wurde, steht er spätestens im Tech Museum of Innovation von den Toten auf. Denn hier taucht man ein in die Welt von morgen: Roboter designen, Gene manipulieren, alternative Energien entwickeln. Dank der interaktiven Exponate werden sogar Bits und Bytes endlich verständlich. Für viele Tech-Fans ist eine Reise nach San José ein Muss. Weltberühmte Unternehmen wie Apple und Hewlett Packard sind hier gegründet worden. Die legendäre Garage in Los Altos, in der Steve Jobs und Steve Wozniak 1976 den ersten Apple-Computer gebaut haben, befindet sich nur wenige Kilometer vom heutigen Apple-Hauptsitz entfernt.

Berge, Wein und Mammutbäume

Obwohl San José das Who is who der digitalen Zukunft beheimatet, hat die Hauptstadt des Silicon Valley auch eine ganz natürliche Seite. Vor ihren Toren warten Naturschönheiten wie die Berge der Santa Cruz Mountains, weitläufige Weinanbaugebiete, die Felsbrücken am Natural Bridges State Beach und Wälder mit riesigen Küstenmammutbäumen. «Sie können über 110 Meter hoch werden und wachsen nur in den Küstengebieten Nordkaliforniens und im Süden Oregons», sagt der Parkranger Dave Solloy. Da die Bay Area ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Umschlagplatz für die Holzindustrie war, seien heute nur noch fünf Prozent der Altbestände übrig.

Auf der Suche nach neuen Planeten

Ähnlich beeindruckend wie die Baum­giganten ist auch der Blick in die Sterne durch den Great Lick Refractor. Als das 36 Zoll grosse Linsenteleskop 1888 in Betrieb genommen wurde, war es das grösste und modernste der Welt. Damit kann sich das Lick-Observatorium auf dem Mount Hamilton heute zwar nicht mehr brüsten, dafür können Besucher in fast 1300 Metern Höhe noch immer einen fantastischen Blick in den Sternenhimmel werfen. «Dank der Höhe liegt die Sternwarte über dem Nebel, der sich oft in der Bay Area bildet», erklärt Astronom Paul. «Mit 330 klaren Nächten im Jahr haben wir hier ideale Sichtverhältnisse.» Wer mehr über die Suche nach Planeten ausserhalb unseres Sonnen­systems und extraterrestrischer Intelligenz erfahren möchte, ist im Observatorium richtig. Sein Geld- und Namensgeber war übrigens der amerikanische Pianobauer James Lick. Ähnlich wie die reiche Witwe Sarah Winchester hatte auch er ein spezielles Leben – doch das ist eine andere Geschichte.

Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde unterstützt von Lufthansa und Visit San José.

(Grafik: Martina Regli)

(Grafik: Martina Regli)

Surfer-Hotspots, Golden Gate Bridge und japanische Köstlichkeiten

Anreise: Mehrmals wöchentlich fliegt Lufthansa von Zürich mit Zwischenstopp nach San José (www.lufthansa.com).
Reisezeit: San José ist ein Ganzjahresziel mit viel Sonne und einem milden Klima. Sogar zwischen Dezember und Februar regnet es im Vergleich zu Europa wenig (etwa 385 mm Niederschlag im Jahr).
Aktivitäten: Einen Einblick in die Technologie-Welt von morgen bietet das Tech Museum of Innovation (www.thetech.org). Eine Tour mit der Silicon-Valley-Expertin Sharon Traeger führt zu den wichtigsten Tech-Spots (u.a. Nasa, Google, Apple, Facebook und dem Intel Museum) www.sharontraeger.wordpress.com/tours-2/
Auf Naturfreunde wartet der Hochseilgarten Mount Hermon Adventures in den Santa Cruz Mountains, mit Ziplining zwischen Mammutbäumen (www.mounthermonadventures.com).
Ausflüge: Nördlich von San José befindet sich San Francisco inklusive Golden Gate Bridge und Berkeley-Universität. Auch Napa Valley, Lake Tahoe und der Yosemite Nationalpark sind problemlos zu erreichen. Im Süden befinden sich der Surfer-Hotspot Santa Cruz, das Küstenstädtchen Monterey und die wildromantische Steilküste von Big Sur, einem der schönsten Abschnitte des Pacific Coast Highway (Teil des Highway 1). Santa Cruz ist ein entspanntes Ferienstädtchen. Touristen essen Meeresfrüchte auf dem Pier, amüsieren sich in den Achterbahnen des Boardwalks, wandern in den Redwood-Wäldern gleich hinter der Stadt.
Unterkunft: Das elegante Fairmont Hotel San José ist nur drei Gehminuten vom Museum of Art und vom Tech Museum of Innovation entfernt (www.accorhotels.com). Wer inmitten der geschäftigen Shoppingstrasse Santana Row wohnen möchte, an der über 70 Läden sind, wählt das Hotel Valencia (www.hotelvalencia-santanarow.com).
Nur 15 Autominuten von Downtown San José entfernt, befindet sich das historische Anwesen der Dolce Hayes Mansion (www.hayesmansion.com).
Essen: Auf dem Japantown Farmers Market authentisch japanische Leckereien einkaufen. Im Restaurant Grand View dinieren und den spektakulären Ausblick über das Silicon Valley geniessen (www.grandviewsanjose.com).
Kalifornische Weine probieren in den Weingütern Ridge Vineyards in Cupertino (www.ridgewine.com) und Testarossa Winery and Tasting Room in Los Gatos (www.testarossa.com).
Auskunft: Informationen zu Stadt, Aktivitäten und Events auf www.sanjose.org

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