Waadt: Ein teuflisches Wintersport-Vergnügen

Die Skigebiete im Waadtland - allen voran Les Diablerets - haben alles, was Wintersportler brauchen: lange Abfahrten, ein tolles Bergpanorama und gemütliche Unterkünfte.

Geri Wyss
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Das macht Spass: In Les Diablerets ist die Schlittelpiste über sieben Kilometer lang. (Bild: pd)

Das macht Spass: In Les Diablerets ist die Schlittelpiste über sieben Kilometer lang. (Bild: pd)

Wer an den Kanton Waadt denkt, dem kommen am ehesten die milden Gestade des Lac Léman in den Sinn, mit den bekannten Weinbaugebieten Chablais, Lavaux und La Côte. Das Waadtland kann sich aber auch in Sachen Wintersport sehen lassen. Hier auf 3000 Meter über Meer ist das milde Seeklima fern. Der Westwind kann sich hoch oben auf dem Gletscher ganz schön austoben und die atlantische Feuchtigkeit so richtig an den kargen Felsen des Diablerets-Massivs auspressen.

Die Pisten auf dem Gletscher sind leicht und bieten eine atemberaubende Aussicht auf die wuchtigen Westalpen. Der Blick schweift über das Rhonetal hinweg zu den ganz grossen und bekannten Gipfeln: Dents du Midi, Grand Combin, Matterhorn. Sehenswert ist auch das futuristisch anmutende Restaurant Botta auf dem knapp 3000 Meter hohen Scex Rouge, welches der Tessiner Stararchitekt Mario Botta entworfen hat.

Gemütliche und rasante Abfahrten

Einen Kontrast zu den flachen Gletscherpisten setzt die Combe d'Audon, eine anspruchsvolle und lange Abfahrt, welche rund 1100 Höhenmeter überwindet. Noch rasanter schiessen die Speed-Flyer talwärts, welche häufig vom Scex Rouge aus hinunter zum Col du Pillon starten.

Nebst dem Gletscherskigebiet Glacier 3000 ist Les Diablerets noch mit zwei weiteren Skigebieten verbunden: Villars-Gryon und das sonnige Isenau. Beide führen auf gut 2000 Meter hinauf. Der Ort Villars hat den mondänsten Charakter in der Region. Das Dorf Les Diablerets mit seinen vielen Chalets wirkt beschaulicher und ruhiger. Les Diablerets mit seinen 125 Pistenkilometern will vom Anfänger bis zum ambitionierten Pistenflitzer alle ansprechen.

Die Waadtländer Skigebiete richten diese Saison ein besonderes Augenmerk auf die Familien. Kinder unter neun Jahren fahren gratis Ski und übernachten kostenlos im Hotel.

Hier kehrten Postkutscher ein

Ein solches Hotel ist die «Auberge de la Poste» in Les Diablerets. Das Haus aus dem Jahre 1789 ist eines der ältesten Hotels in der Schweiz. Zu jener Zeit verkehrte noch eine Postkutsche zwischen Aigle und Gstaad. In der «Auberge de la Poste» nächtigten die Kutscher, und ihre Tiere konnten sich ausruhen. Das Wirtshausschild zeigt denn auch eine Postkutsche. Abgebildete Bären an der Holzfassade zeugen von einer Zeit, als die Region noch zum Kanton Bern gehörte.

Seit über 200 Jahren ist die «Auberge de la Poste» im Besitze der Familie Pichard. Heute schwingt die 4. Generation das Zepter. Geblieben ist der Charme des alten Chalets. Liebevolle Details erinnern an die touristische Tradition des Ormont-Tals, in welchem Les Diablerets liegt.

Böse Geister spielen mit Kegeln

Wie der Name Les Diablerets vermuten lässt, hat der Teufel (le diable) bei der Namensgebung eine Rolle gespielt. Der 3252 Meter hohe Gipfel des Bergmassivs von Les Diablerets galt seit jeher als ein gefährlicher, ja verfluchter Ort. Die Legende besagt, dass sich die schönen Alpweiden namens Tsanfleuron in kalte Eiswüsten verwandelt hätten, nachdem ein hartherziger Hirte seine Hilfe verweigert hatte. In der Eiswüste hätten sich alle verdammten und teuflischen Seelen versammelt. Wenn diese dann die Felsbrocken hin- und herrollten, glaubten die Hirten, die bösen Geister seien beim Kegelspiel. Ein steil in den Himmel ragender Felskopf südlich des Tsanfleuron-Gletschers hat dadurch den Namen Quille du Diable (Teufelskegel) bekommen. Dieses auffällige Gebilde ist ein Markenzeichen des Gletscherskigebietes.

Auch erzählte man sich, dass man in dunklen Nächte die bösen Geister, die für ihre Untaten büssen mussten, herumirren sehe und ihr Wehklagen vernehmen könne. So habe man auch in den Tagen vor und während der Bergrutsche von 1714 und 1740 das Stöhnen vernehmen und Irrlichter sehen können. Damals waren Alpweiden verschüttet und mehrere Hirten und Rinder von den Steinen begraben worden.

Ansehnlicher Schlittelweg

Heute hört man auf dem Tsanfleuron-Gletscher das Surren der Skilifte und sieht den Schnee hinter wedelnden Gestalten aufstieben. Les Diablerets ist aber nicht nur etwas für die Skifahrer und Snowboarder. Mit 7,2 Kilometern Länge befindet sich auch ein ansehnlicher Schlittelweg im Gebiet. Er verläuft auf der Passstrasse über den Col de la Croix, der im Winter für den Verkehr gesperrt ist. Das Wandern mit Schneeschuhen oder auf gespurten Wegen ist - auch im Gletschergebiet - ebenso möglich. Auch der Funpark im Dorf Les Diablerets mit einem Schlittellift für Kinder oder das Schlittschuhfeld sind Alternativen.

Die Langläufer ihrerseits finden in der Region von Les Diablerets viele Loipen vor. In Les Mosses sind diese nachts beleuchtet. Philippe Heiz von der Medienstelle Waadtland hat noch zwei Schlechtwettertipps parat: «In der Region kann man mehrere spezielle Käsereien besichtigen.» Auch empfehle sich ein Abstecher über den Col du Pillon nach Gstaad. Wodurch man wieder in eine andere Welt eintaucht, was das vielfältige Angebot der Region abrundet.

Tipps & Infos

Skigebiete: Im Waadtland gibt es die Skiregionen Les Diablerets, Château-d'Oex, Leysin und Villars-Gryon. Diese Saison sind der Skipass und die Hotelübernachtung für Kinder ab Jahrgang 2002 und jünger gratis.

Anreise: Aus der Zentralschweiz reist man nach Les Diablerets entweder via Bern oder Brünig. Die erste Variante führt auf Autobahnen via Bern, Fribourg, Bulle und Montreux bis zur Ausfahrt Aigle. Von dort führt der Weg Richtung Col du Pillon. Die zweite Route verläuft nach der Fahrt über den Brünig auf der A 8 via Interlaken bis zur Ausfahrt Zweisimmen. Dann gehts weiter durchs Simmental bis Gstaad und von dort über den Col du Pillon nach Les Diablerets.

Unterkunft: «Auberge de la poste», traditionsreiches Restaurant und Hotel mit Charme, erbaut 1789.

Hinweis: Dieser Artikel entstand auf Einladung des Tourismusbüros des Kantons Waadt.