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Wandertipp: Auf und ab entlang der Glatt

Zwischen Herisau und Flawil verläuft die Glatt in einem tiefen Flusstal. Wanderer treffen auf Höhlen, Burgruinen und Explosives.
Text und Bilder: Sandro Büchler

Die Wanderung im Überblick

Start: Gossau, Fennhof
Ziel: Gossau, Fennhof
Strecke: 13,4 Kilometer
Wanderzeit: 3 Stunden 45 Minuten
Aufstieg: 416 Meter
Abstieg: 416 Meter
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: «Wirtschaft zur Toggenburg», Burgau, Di–Sa 10.30–14 Uhr und 17–22.30 Uhr, So 10.30–21.30 Uhr, Montag Ruhetag.
Parkplätze: Gossau, Espel
Öffentlicher Verkehr: Haltestelle Gossau Fennberg
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1094 Degersheim.

1 Fennhof Gleich zu Beginn trifft man auf einen explosiven Ort der Region. Denn im Marstal, einem Talkessel hinter dem Fennhof, wurde ab 1850 Schwarzpulver hergestellt. Die Arbeit war nicht ungefährlich. Insgesamt siebenmal kam es zu schweren Explosionen, mehrere Personen wurden getötet. Im Jahr 1844 flog die ganze Pulvermühle in die Luft, wie die «Appenzeller Zeitung» damals berichtete. 1872 wurde die Produktion eingestellt, noch bis 1955 wurde Karton fabriziert. Oben an der Mühle geht es in den Wald. Die Bäume am Eingang sind zerfetzt – offenbar aber eher durch Sturmwinde. Flott geht es durch den Wald, der hier grösstenteils noch sich selbst überlassen wird. Über eine Lichtung erreicht man die nördliche Talseite der Tobelmühle, wo der Feldweg im Zickzack nach unten verläuft. Der Wanderweg zur Salpeterhöhle zweigt jedoch vorher ab und führt entlang des Flusslaufs weiter ins Gehölz.

2 Salpeterhöhle Die Natur in den Flussschlaufen der Glatt ist wild und ursprünglich. Umgeknickte Bäume liegen kreuz und quer herum. Der Fluss gurgelt lieblich zwischen Schilfwedeln hindurch. Ein Reh stiebt den Abhang empor. Durch das viele Laub entsteht der Eindruck, es könnte noch Herbst sein. Das Betreten der Salpeterhöhle ist seit einem Deckeneinsturz vor 20 Jahren verboten. Zum Erforschen lädt aber auch die Umgebung ein. Auf einem umgestürzten Baum über dem Wasser sitzen Kinder, an der lauschigen Feuerstelle wird grilliert.

3 Burgruine Helfenberg Kraxeln heisst es nun. Denn der Weg verläuft auf dem Fels über der Höhle weiter. Bei der Feuerstelle windet sich der Pfad steil nach oben und führt zur Ruine Helfenberg. Die Burg wurde im Jahr 1401 durch aufständische Bauern belagert. Daraufhin entbrannt der Appenzeller Krieg. 1407 zerstörten die Appenzeller die Burg. Sie zerfiel und stürzte teils ins Glatttobel. In der Burgruine und unten im Tal hat es weitere Grillstellen. Nun öffnet sich das Gelände, man tritt aus dem Tobel hinaus. Unter der Eisenbahnbrücke überquert man die Glatt. Für Autofahrer bietet sich der Parkplatz beim Naturschutzgebiet Espel an. Auch von hier kann man zur Rundwanderung aufbrechen.

4 Girenmoos Weiter geht es Richtung Burgau. Dort befindet sich die einzige Einkehrmöglichkeit. Westlichster Punkt der Wanderung ist das Girenmoos, wo bis zum Zweiten Weltkrieg Torf abgebaut wurde. Im Flachmoor brüten oft Graureiher. Greifvögel kreisen und halten Ausschau nach Beute. Hinter dem Schiessstand führt ein Trampelpfad zurück zum Glatttobel. Den Wegweisern «Untere Buechholzstrasse» und «Wissholzweg» folgen. Auf einer Anhöhe blickt man erneut zur Salpeterhöhle – allerdings von der anderen Talseite. Vorsicht ist aber geboten, der Abgrund ist löchrig.

5 Tobelmühle Noch einmal geht es hinab in die Talsohle, wo man rechts abbiegt. Nach rund 200 Metern passiert man eine Art Korridor. Links fliesst die Glatt, rechts der Wissbach. Die Flüsse erinnern im Ansatz an die Schlaufen des Grand Canyon.

6 Schwänberg Der letzte Anstieg führt zum Weiler Schwänberg. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es ist die älteste urkundlich bezeugte Siedlung im Appenzellerland. Prunkstück im Ortskern ist das «Alte Rathaus», ein herrschaftlicher Riegelbau, der 1630 gebaut wurde. Im Innern ist ein Museum eingerichtet, dessen älteste Exponate aus dem Spätmittelalter stammen. Geöffnet ist das Museum jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Leider aber ist das Restaurant vis-à-vis des Rathauses geschlossen, das goldene Schild «Speisewirtschaft» führt den Wanderer an der Nase herum. Etwas ausserhalb hat jedoch ein kleiner Hofladen Most im Angebot. Die letzten zwei Kilometer sind eben und führen vorbei an der Zellersmüli zum Ausgangspunkt zurück.

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