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Taschentuch parat halten

Warum einem bei kaltem Wetter die Nase läuft.
Henrike Berkefeld

«Wenn warme, feuchte Luft aus den Lungen im vordersten Abschnitt der Nase auf kältere Nasenwände und kalte äussere Luft stösst, kondensiert das Wasser», erklärt Michael Soyka, Oberarzt in der Rhinologie der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals Zürich.

«Zum physikalischen Phänomen kommen aber noch spezifische Nasenphänomene.»

Denn wechselt man von der Wärme in die Kälte, ist das eine grosse Herausforderung für die Nase. Sie versucht mit allen Mitteln die trockene Luft mit Feuchtigkeit zu ­versehen. Hierfür melden Kälterezeptoren der Nase die kühle Temperatur, was zu einer Erweiterung der Blutgefässe in der Nasenschleimhaut führt. Soyka: «Es kommt zum Anschwellen der Schwellkörper.» Durch den verstärkten Blutfluss wird auch vermehrt Wasser ins Naseninnere gedrückt. Gleichzeitig sind Drüsen in der Nase aktiv, die ebenfalls Flüssigkeit produzieren. Die Nase läuft.

Neben dieser gesunden Reaktion auf äussere Kälte gibt es auch eine Überempfindlichkeit, die vor allem unter Allergikern verbreitet ist. Soyka berichtet: «Der Kältereiz löst eine deutlich heftigere Reaktion der Nase mit Verstopfungsgefühl und Nasenlaufen aus. Diese Menschen reagieren entsprechend früher und ausgeprägter auf den Reiz von trockener kalter Luft.»

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