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Warum Rum fast jedem schmeckt

Spirituosen Noch vor wenigen Jahren war Rum in Vergessenheit geraten. Jetzt erlebe er einen «einen unglaublichen Boom», wie Schnapshändler Dieter Messmer sagt, der auch Rumdegustationen anbietet. Das Destillat aus Zuckerrohr umweht die Aura der Seefahrt und umspült zunehmend die Sinne von Geniessern.

Aus sind aber die Zeiten, in denen Rum nur in süssen Cocktails unterging. Heute gewinnt er als komplexer Spirit an Bedeutung, pur getrunken. In den Bars ist der Rumtrend noch nicht richtig angekommen, dort dominieren kreative Cocktail-Krea­tionen mit Gin.

Rum wird meist aus Zuckerrohrmelasse gewonnen, die ein Aroma grüner, unreifer Bananen mit sich bringt. Es gibt ihn aber auch aus Zuckerrüben (siehe oben). Dieter Messmer sagt, er habe in Mörschwil aus Thur­gauer Zuckerrüben den ersten Zuckerrübenrum der Schweiz gebrannt. Was sich als schwierig herausstellte: «Die Zuckerrübe hat einen erdigen Grundgeschmack – wie ein Herdöpfel oder ein Rettich – und es ist nicht einfach, diesen erdigen Ton in den Hintergrund zu bringen.»

Die beliebteste Spirituose der Schweiz ist laut Messmer der Whisky – dicht gefolgt von Grappa. Auf Platz drei liegt Rum. «Er ist drauf und dran, den Grappa einzuholen», sagt der Geschäftsführer von Glen Fahrn.

Viele Drinks sind ohne Rum unvorstellbar: Daiquiri, Piña Colada, Rum Cola, Mojito, Caipirinha (auch Cachaca ist ein Rum). Für diese Drinks kann man getrost einen günstigen Rum wie weissen Bacardi nehmen, der auch für Desserts oder Rumtopf verwendet wird. «Diesen pur zu trinken, macht keinen Spass», sagt Dieter Messmer.

«Rum hat einen charmanten Schmelz»

Rum ist im Premiumbereich angekommen. Der Whiskytrend habe den Boden dafür geebnet, sagt Messmer. Das Besondere am Rum sei, «dass er jedem schmeckt». Es ist ein Einsteigergetränk. Die meisten Menschen mögen ihn zunächst wegen des Zuckers: «Rum hat einen charmanten Schmelz, schmeckt super nach Caramel. Das hat etwas Weiches, Harmonisches», sagt der Fachmann. Allerdings könne Zucker etwas langweilig werden. «Kenner gehen weg von zuckerreichem Rum, das ist symptomatisch.» An die komplexeren, intensiveren und zuckerlosen Rumspezialitäten müsse sich der Gaumen zuerst gewöhnen. Wie beim Wein: Man kommt mit einem fruchtigen, gefälligen Wein auf den Geschmack und findet allmählich Gefallen an komplexeren Aromen.

«Fast täglich kommen neue Rumkreationen auf den Markt», sagt Messmer. Ein guter Rum sei im Fachgeschäft für 40 bis 150 Franken zu haben, «nach oben ist die Grenze natürlich offen.» Er nennt Spezialitäten aus Costa Rica und Guadeloupe, aber auch kolumbianischen Rum mit Kaffee- und Mokkaaromen.

Einen teuren Rum solle man nicht mit Fruchtsäften oder Cola mischen, sondern pur servieren. Messmer schwärmt von Rhum agricole, der auf den französischen Antillen aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert wird. Der Ti Punch mit Rhum agricole gehöre zu den aromatischsten Drinks. «Er schmeckt herrlich frisch auf der Zunge.» Das Rezept ist simpel: Rohrzucker aufkochen, so dass Zuckersirup entsteht. Man nehme ein Cocktailglas und gebe einen halben Zentimeter Zuckersirup hinein. Eine Limettenscheibe und Eis zufügen, mit 2 cl Rhum agricole auffüllen, geniessen. Nicht umrühren – der Boden aus Zucker­sirup bildet die Basis.

Melissa Müller

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