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Warum Schmetterlinge Städte lieben

Schmetterlinge sind faszinierende Wesen. Der Zoologe Josef H. Reichholf singt ein Loblied auf sie. Und er skizziert die Gefahren, die ihnen drohen.
Rolf App
Die Zahl der Schmetterlinge hat massiv abgenommen. (Bild: PD)

Die Zahl der Schmetterlinge hat massiv abgenommen. (Bild: PD)

Aufgewachsen ist der heute 73-jährige Josef H. Reichholf in einem Dorf im niederbayerischen Inntal. Hinter dem Gartenzaun fingen die Wiesen und ­Felder an, vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein flogen die Schmetterlinge. Der Natur galt seine Liebe, ganz besonders aber den Schmetterlingen. Mit hellen Lampen fing er sie des Nachts, um sie zu zählen und zu bestimmen. So gewann er in Forschungsprojekten, die er bis 2010 an der Zoologischen Staatssammlung München mit ihrer riesigen Schmetterlingssammlung durchführte, jenes Bild, das der begabte Vermittler von Naturzusammenhängen in seinem neuen Buch zeichnet.

Nicht nur beschreibt Reichholf lebhaft die Schönheit dieser Tiere. Sein Bericht handelt auch von ihrer Gefährdung. Zahlreiche Schmetterlingsarten sind aus­gestorben, die er in seiner ­Jugend noch kennen gelernt hat. Mehr noch: Die Zahl der Schmetterlinge hat massiv abgenommen – bei den nachtaktiven Arten seit den 1970er- Jahren um über 80 Prozent.

Mit Gift und Gülle gegen die Insekten

Erstaunen muss ein Vergleich: Wurden in den 1980er-Jahren noch erheblich weniger Schmetterlinge in München als auf dem Land gezählt, so haben sich die Verhältnisse mittlerweile in ihr Gegenteil verkehrt. Das heisst: Die Millionenstadt München ist als Lebensraum für Schmetterlinge begehrt.

Reichholf hat eine Erklärung: Grosse Städte sind stark strukturierte Gebilde, die vielen verschiedenen Arten Unterschlupf bieten. Hier herrscht noch jene Vielfalt an Lebensräumen, welche die moderne Landwirtschaft dem flachen Land ausgetrieben hat. Dort herrschen Monokulturen, und Gift und Gülle setzen dort den Insekten zu.

Doch ist der Natur mit Untergangsszenarien nicht geholfen. «Ziel muss sein, dass sich die ­Öffentlichkeit wieder mehr für die Arten interessiert», erklärt Reichholf. Begeisterung aber entstehe nicht über Distanz, sondern aus der Nähe. «Jeder Gemeinde ihr Biotop» heisst eine Aktion des früheren Leiters der Vogelwarte Radolfzell. Das, so Reichholf, lasse sich ergänzen mit «Jedem Ort seine Schmetterlingswiese».

Josef H. Reichholf: Schmetterlinge – Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet, Verlag Hanser, 287 S., Fr. 37.-

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