Warum ein Sonnenstrahl warm ist, das Weltall aber kalt

Valérie Labonté
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«Das Licht der Sonne – physikalisch gesprochen, die elektromagnetische Strahlung – bewegt sich mit einer Lichtgeschwindigkeit von 300000 Kilometern pro Sekunde durchs All», sagt Astrophysiker Wolfgang Schmidt vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg.

Sobald die Sonnenstrahlen auf Materie treffen, beispielsweise auf die Erdatmosphäre, die Erdoberfläche oder auf die Haut eines Menschen, entsteht Wärme, da die Strahlung durch diese Materie absorbiert wird. Auf seinem Weg durch das eiskalte Weltall trifft das Sonnenlicht allerdings kaum auf Materie, denn dort befindet sich so gut wie gar nichts: «Der Bereich zwischen den Planeten und der Sonne ist praktisch ein perfektes Vakuum: Es gibt nur etwa 5 Partikel pro Kubikzentimeter, das sind 20 Grössenordnungen weniger als die Dichte von Luft», erklärt Schmidt.

Weil das Licht auf seinem Weg durch das All nicht absorbiert werden kann, verliert es auch keine Energie. Schmidt: «Man kann auch sagen, das Weltall ist so kalt.»