Was essen wir eigentlich?

Eines haben die Zutatenlisten auf den Lebensmittelverpackungen gemeinsam: Sie sind klein geschrieben und für Laien meist nicht zu verstehen. Es sei denn, wir haben eine Milchflasche in der Hand.

Jacqueline Schilling
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Süss und hübsch anzusehen – kleine Fruchtbonbons in verschiedenen leuchtenden Farben. (Bild: Getty)

Süss und hübsch anzusehen – kleine Fruchtbonbons in verschiedenen leuchtenden Farben. (Bild: Getty)

Immer wenn Schule ist, ist der Znüni ein Thema. Früchte und Gemüse stehen zuoberst auf der Wunschliste von Lehrer und Eltern. Bringt’s das? Fest steht: Wir brauchen Energie. Ein Auto fährt schliesslich auch nicht, wenn der Tank leer ist. Die Energie im Essen liegt in drei verschiedenen Formen vor: Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse. Keine davon ist besser als die andere. Die Mischung macht’s. Und: Besonders viel Energie auf ein Mal ist schlecht. Was der Körper nicht braucht, speichert er in Form von Fettpölsterchen. Kohlenhydrate, wie sie beispielsweise in Reis, Kartoffeln und Nudeln vorkommen, liefern dem Körper besonders schnell Energie. Kohlenhydrate sind verschiedene Formen von Zucker. Um an deren Energie zu kommen, muss der Körper die Kohlenhydrate verarbeiten. Im einfachen Fall – etwa bei Süssigkeiten – kommt der Körper sehr schnell zu Energie. Sie ist auch schnell wieder weg. Anders funktioniert es bei Vollkornprodukten. Um daraus Energie zu bekommen, muss der Körper mehr tun. Dafür bleiben wir dann auch länger satt. Noch mehr Energie liefern Fette. Davon braucht der menschliche Körper nicht viel. Die guten Fette in Nüssen oder Olivenöl unterstützen auch das Immunsystem. Eiweisse oder Proteine brauchen wir, um Muskeln aufzubauen, für gesunde Haut, Haare und Nägel. Für Kinder sind Proteine besonders wichtig. Sie unterstützen ebenfalls das Immunsystem und helfen dem Körper auch, den Sauerstoff im Blut durch den Körper zu transportieren. Eiweiss steckt in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern oder Milch. Unser Essen besteht aber nicht nur aus Energie. Es liefert auch Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Und oft enthalten Lebensmittel Zusatzstoffe.

Keine E-Nummer bedeutet nicht keine Zusatzstoffe

Zusatzstoffe machen Lebensmittel länger haltbar, sorgen dafür, dass sie eine schöne Farbe haben, dass das Joghurt cremig ist oder die Chips knusprig sind oder ... Es gibt mehr als dreihundert solcher Zusatzstoffe. Man kennt sie auch als E-Nummern. Das «E» steht für Europa. Die Zusatzstoffe sind in Kategorien unterteilt: Farbstoffe, Konservierungs- und Antioxidationsmittel, Süssungsmittel, übrige Zusatzstoffe. Wir haben wahllos einen Blick auf ein paar Verpackungen geworfen: Wienerli (3 E-Nummern), Schokoküsse (2), Marshmallows (2), Ketchup (0), Chips (0). In diesem Zusammenhang ist gut zu wissen, dass Zusatzstoffe, die in der Zusatzstoffverordnung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit aufgeführt sind, in der Regel deklariert werden müssen, aber nicht unbedingt mit der entsprechenden E-Nummer. Auf der Verpackung steht dann etwa: Citronensäure (statt E330) oder Paprikaextrakt (statt E160c).

Immer wieder wird heftig über Zusatzstoffe diskutiert. Derzeit bewertet die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) alle Zusatzstoffe neu, die vor 2009 zugelassen worden sind. Sie legt auch einen ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) fest, also die tägliche Aufnahmemenge ohne «merkliches Risiko für die Gesundheit». Übrigens: Lebensmittel, die nur aus einer Zutat bestehen, wie Milch oder Zucker, brauchen keine Zutatenliste.