Welcher der drei Heiligen Könige war ein Schwarzer?

Nur eines der vier Evangelien gibt vage Hinweise auf die Dreikönigsgeschichte. 

Hans Graber
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Heute feiern die Christen den Dreikönigstag. Der Stern von Bethlehem hat Caspar, Melchior und Balthasar zu Jesus geleitet. Mitgebracht haben sie ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Soweit die Legende. Von den vier Evangelien gibt aber nur jenes nach Matthäus einen Hinweis auf diese Geschichte. Und Matthäus ­erwähnt nichts von Königen, sondern von Weisen (Sterndeuter, Magier) aus dem Morgenland, also aus dem Osten Palästinas. Zudem nennt Matthäus auch keine Anzahl. Erst später wurde aufgrund der drei Geschenke auf drei «Könige» geschlossen. Namen bekamen sie erst im 6. Jahrhundert. Bereits im 4. Jahrhundert wurden angeblich Gebeine der drei gefunden, die seit 1164 in einem Goldschrein im Kölner Dom liegen.

Ob diese Reliquien echt sind, bleibt ungewiss, obwohl der Inhalt des Schreins schon mehrfach untersucht wurde. Die Echtheit wäre allein deshalb überraschend, weil die Magier laut späteren Überlieferungen aus verschiedenen Kontinenten kamen – Europa, Asien und Afrika. Deshalb wird einer als Schwarzer dargestellt. Welcher? Die einen Forscher sagen, es sei Melchior, der Stattlichste und Vornehmste des Trios. Andere nennen dagegen Caspar, den Jüngsten. Klären können wir die «Gute Frage» für einmal nicht. Aber das ist auch gar nicht immer nötig. Hauptsache bleibt die schöne Geschichte.