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Verletzungen: Der Erzfeind eines jeden Fussballers

Fussball ist ein Kontakt- und Kampfsport. Das Verletzungsrisiko ist dementsprechend hoch. Am meisten betroffen sind Oberschenkel und Knie, gefürchtet ist vor allem der Riss des Kreuzbands. Jährlich verunfallen in der Schweiz 82'000 Fussballer.
Bruno Knellwolf

Die Verletzungen auf einen Blick: Klicken Sie auf die Symbole.

Keine 30 Minuten sind gespielt im Champions-League-Final zwischen Real Madrid und Liverpool: Da traktiert Reals Sergio Ramos den Ägypter Mohamed Salah dermassen, dass dieser verletzt ausscheidet und nun ganz Ägypten wegen Salahs Schulter­verletzung um die WM-Teilnahme des Stürmers bangt. Beim Fussball geben Verletzungen manchmal beinahe mehr zu reden als Tore und Resultate.

Schulterverletzungen wie bei Salah sind nicht sehr häufig beim Fussball. Obere Extremitäten wie Arm, Schulter und Hände sind nur wenig betroffen, die unteren Extremitäten dagegen in bis zu 90 Prozent der Fälle. «Das am häufigsten betroffene Gelenk ist das Kniegelenk, gefolgt vom oberen Sprunggelenk», sagt Henrik Behrend, Leiter Kniechirurgie am Kantonsspital St. Gallen. Generell gibt es viele Verletzungen beim Fussball, was aber auch damit zu tun, dass Fussball der populärste Sport der Welt ist mit 240 Millionen Amateur- und rund 200 000 Profispielern. «Insgesamt wird die Verletzungsrate beim Fussball mit 70 Verletzungen pro 1000 Spiel-Stunden angegeben», sagt Behrend. In der Schweiz verletzen sich gemäss dem Bundesamt für Sta­tistik rund 82'000 Fussballer und Fussballerinnen pro Jahr.

Verletzte nach Sportart in der Schweiz

Anzahl Personen, Ø 2010–2014 (in Tausend)
020406080FussballSkifahren alpinWandern/BergwandernKampfsport (inkl. Selbstverteidigung)Laufen, JoggingBaden/SchwimmenVolleyballBasketballHandballInlineskating/RollschuhlaufenEishockeyTennis

Harter Crash der Körperteile

Was in der TV-Zeitlupe manchmal harmlos aussieht, ist real ein hartes Aufeinanderknallen von Körperteilen in hohem Tempo. Von ungeschützten Körperteilen, nicht wie beim Eishockey. Gelenke werden in Mitleidenschaft gezogen, am meis­ten aber ist nach Behrend die Musku­latur im Oberschenkel betroffen. Dann Kapselbandverletzungen mit Zerrung des Innenbandes, Riss des vorderen Kreuzbands, Meniskusrisse, selten Knochenbrüche und sehr selten Kniescheibenverrenkungen.

Besonders gefürchtet ist bei Fussballspielern der Riss des vorderen Kreuzbands, der den Sportler ein halbes Jahr lahmlegt. Oft reissen die Kreuzbänder ohne Einwirkung des gegnerischen Spielers. Das sind Knie-Verdreh-Traumen, die klassisch sind für Stop-and-Go-Sportarten wie Fussball oder auch Skifahren. Nach einem Unfall schwillt das Knie auf, weil nicht nur das Kreuzband reisst, sondern auch kleine Blutgefässe. Das Knie färbt sich rot und blau. Das vordere Kreuzband ist nur drei Zentimeter lang und begrenzt die nach vorne gerichtete Bewegung des Oberschenkels gegen den Unterschenkel und stabilisiert auch seitlich. Verletzt wird in 95 Prozent der Fälle das vordere und nicht das hintere Kreuzband.

Ranking der Fussball-Verletzungen in der Schweiz

Angaben in Prozent
010203040MuskelzerrungenVerstauchungen/Verdrehungen von GelenkenPrellungenSchürfungenKnochenbrücheGehirnerschütterungenVerrenkungen von GelenkenAndere

Häufig ist die Operation des vorderen Kreuzbandes, vor allem bei Profispielern. Das Kreuzband verheilt nicht von selbst, vernarbt aber, was unter Umständen wieder eine gewisse Stabilität gibt. Ältere Spieler verzichten dann vielleicht auf eine Operation. Behrend betont, dass es Unterschiede gebe zwischen Profis und Amateuren. «Zum Beispiel haben Amateure pro Spielstunde ein ­höheres Verletzungsrisiko, da sie in der Regel weniger trainiert und technisch weniger gut sind», sagt der Knie-Chirurg. Unterschiede gibt es auch bei den Geschlechtern. Die Verletzungsrate bei Männern ist höher, Frauen haben jedoch häufiger Bandverletzungen und seltener Muskelverletzungen.

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