Diese Typen von Schutzmasken gibt es - nicht alle wirken gleich gut

Die Empfehlungen der Behörden verwirren: Der Bevölkerung wird vom Tragen der Masken abgeraten, doch beim Gesundheitspersonal sollen sie nützen. Die tatsächliche Wirkung hängt vom Maskentyp ab – und von der Handhabung.

Niklaus Salzmann
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Nur für Profis: Atemschutzmasken mit Feinstaubfilter.
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Die Wirkung der OP-Masken hängt von der Handhabung ab.
Masken ohne Zertifikat können kontraproduktiv wirken.

Nur für Profis: Atemschutzmasken mit Feinstaubfilter.

Bild: Keystone

Wenn von Masken die Rede ist, sind meistens sogenannte Hygienemasken gemeint, auch bekannt als chirurgische Masken oder OP-Masken. Dieser mehrlagige Mundschutz hält Tröpfchen auf, und diese sind ein Hauptübertragungsweg des neuen Coronavirus. Unbestritten ist deshalb, dass das Tragen von Hygienemasken für Infizierte sinnvoll ist: Es verhindert, dass sie die Viren beim Niesen und Husten oder über eine feuchte Aussprache verteilen. Hygienemasken bieten aber auch einen gewissen Schutz in die andere Richtung, indem sie Tröpfchen am Eindringen hindern. Gemäss Bund reichen sie aus, um Gesundheitsfachleute zu schützen, die Corona-Patienten pflegen oder behandeln. Das gilt aber nur bei einem professionellen Umgang mit der Maske. So müssen vor dem An- und nach dem Ausziehen die Hände desinfiziert oder gewaschen werden. Während des Tragens darf die Maske nicht angefasst werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass Viren über die Hände übertragen werden. Deshalb hält der Bund die Regeln zum Abstand halten und zur Handhygiene für effizienter. Auch Hansjakob Furrer, Direktor der Universitätsklinik für Infektiologie der Inselgruppe, sagt: «Wenn die Distanz von zwei Metern eingehalten wird, sind keine Masken notwendig.»

Noch besser als Hygienemasken sind Feinstaubmasken der Schutzklassen FFP2 oder FFP3. Sie schützen nicht nur vor Tröpfchen, sondern auch vor Aerosolen, das sind feinste Flüssigkeitsteilchen, die durch die Luft schweben. Doch diesen ist die breite Bevölkerung nicht ausgesetzt. «Coronaviren kommen nur in Aerosolen vor, wenn diese durch medizinische Interventionen gebildet werden», sagt Furrer. FFP2-Masken trägt das Personal deshalb bei Eingriffen wie einer Lungenspiegelung.

Am anderen Ende der Skala stehen Stoffmasken ohne Zertifikat. Ob gekauft oder selbst genäht, als sichere Barriere gegen Viren können sie nicht betrachtet werden. Allenfalls können sie die Trägerin oder den Träger aber davon abhalten, sich ständig ins Gesicht zu fassen. Es gibt aber auch Fachleute, die befürchten, dass sich Leute dank Maske in falscher Sicherheit wiegen und weniger gut auf Abstand und Hygiene achten.