Wohin mit den Früchten?

Obwohl es Herbst ist, bleibt das Wetter sommerlich warm. Herbstlich wirken die Obstbäume nur, weil sie ihrer Früchte beraubt worden sind. Doch wohin mit der riesigen Ernt?

Bruno Knellwolf
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Ist es eigentlich schon Herbst? Schon, doch der Blick in den Garten lässt anderes vermuten. Schaukel, Liegestuhl und Grill stehen weiterhin bereit. Auch an den Bäumen hängen noch beinahe sommerlich viele Blätter. Herbstlich wirken die Obstbäume nur, weil sie ihrer Früchte beraubt worden sind, die bis vor kurzem noch rot und gelb geleuchtet haben.

Natürlich mundet der Apfel direkt vom Baum am besten. Die ganze Ernte lässt sich aber kaum in nützlicher Frist verzehren. Also muss die beliebteste Frucht der Schweizer gelagert werden. Der Obstbauer versetzt den Apfel in einen Tiefschlaf in klimatisierten Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit, sehr wenig Sauerstoff und Kohlenmonoxid – bei einer Temperatur von 2 bis 4 Grad Celsius. So kommt der Stoffwechsel der Früchte beinahe zum Stillstand und sie altern bis zu acht Monaten kaum.

Eine Kühlanlage hat der Einfamilienhausbesitzer aber nicht im Keller und so faulen die Äpfel dann bald mal vor sich hin. Da gibt es eine einfache Lösung: Mit der Ernte in die Mosterei fahren und danach mit dem vakuumierten Apfelsaft wieder nach Hause. Der Saft überwintert leicht.