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Kolumne

Worum es in der Mode wirklich geht

Maria Grazia Chiuri, die Chefdesignerin von Dior, widmet ihre neue Kollektion der Schneiderkunst in ihrer reinsten Form.
Odilia Hiller

Es war etwas vom Atemberaubendsten, was Paris in Sachen Mode je gesehen hat: «Christian Dior, Modeschöpfer der Träume» im Musée des Arts décoratifs im vergangenen Jahr. 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Louvre, über 300 Haute-Couture- Roben und weit über eine halbe Million Besucherinnen.

Opulenz, Schönheit und Volumen des Gezeigten hätten die Hofdamen in Zeiten von Louis XIV. «reihenweise ohnmächtig werden lassen, ohne dass sie wieder hätten aufgeweckt werden können», schrieb ein französisches Magazin. Noch viel wichtiger: Noch nie wurde ein Handwerk so ausgiebig gefeiert. Die Schneiderkunst und mit ihr die «Petites Mains», die Schneiderinnen in den Ateliers der Modeschöpfer – sie erst lassen Designerträume wahr werden.

Wohl auch deshalb hat Maria Grazia Chiuri, Chefdesignerin von Dior, ihre neueste Haute-Couture-Kollektion der Schneiderkunst in ihrer reinsten Form gewidmet. Und die Wand aus Schneiderpuppen, die der Ausstellung ihr Gesicht gab, als Kulisse für ihre aktuelle Juli-Schau gewählt. Denn vor lauter Street Style geht manchmal vergessen, worum es in der Mode eigentlich geht.

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