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Der lange Flug ins Winterquartier: Der Vogelzug ist ein Naturwunder

Die meisten Schweizer Zugvögel sind bis Mitte November in ihre Winterquartiere geflogen, um dann ab Ende Februar zum Brüten wieder zurückzukehren. Der Vogelzug ist ein Phänomen, manches bleibt rätselhaft.
Text: Hans Graber/Illustration: Florian Raatz

Rekord sind 11680 km. Nonstop. Eine weibliche Pfuhlschnepfe, E7 ­genannt, flog 2007 innert acht Tagen von Alaska bis Neuseeland. Der ­Satellitenempfänger am Körper des rund 300 g schweren Tieres dokumentierte, dass E7 im Schnitt rund 60 km/h flog – täglich eine Distanz, die in etwa der Luftlinie von Zürich nach Madrid entspricht (1250 km).

Die Geschichte von E7 klingt unglaublich, ist aber sicher kein Einzelfall, denn Pfuhlschnepfen fliegen in Gruppen von 30 bis 70 Tieren. Zudem liess die gewählte Flugroute darauf schliessen, dass die Distanz für diese Schnepfen keine Besonderheit ist. Noch einiges weiter fliegen unter anderem Seeschwalben, die auf ihren teils 20000 km langen Routen (je hin und zurück) allerdings kleine Zwischenstopps einlegen.

Spatzen und Krähen bleiben hier

Unsere Vögel ziehen nicht so weit. Bis nach Afrika südlich der Sahara sind es aber auch ein paar tausend Kilometer. Und selbst wenn es «nur» bis Süd­europa geht: Der Vogelzug, für den weder Gewicht noch Flügelspannweite der Tiere eine entscheidende Rolle spielen, ist ein Naturwunder.

Nicht alle der insgesamt über 420 in der Schweiz lebenden Vogelarten ziehen. Standvögel sind etwa Haussperlinge (Spatzen) und Krähen. Dann gibt es Arten, bei denen es sowohl Zug- wie Standvögel gibt. Das kann selbst unter Geschwistern verschieden sein!

Langstreckenzieher verbringen den Winter in warmen Klimazonen, Winter sind ihnen fremd. Kurzstreckenzieher überwintern in Klimazonen, die der unseren ähnlich sind. Manche Arten ziehen auch erst dann weg, wenn sie durch Schnee dazu gezwungen werden.

Kurzstreckenflieger bleiben länger

Hat die aktuelle Klimaveränderung Auswirkungen? «Zum Teil», sagt Livio Rey von der Vogelwarte Sempach. Langstreckenzieher fliegen aufgrund ihrer ­genetischen Prägung nach wie vor ungefähr zur gleichen Zeit weg wie immer, die Kurzstreckenzieher bleiben dagegen teilweise länger oder sogar ganzjährig in der Schweiz. Und Rey ergänzt: «Feststellen lässt sich zum Beispiel, dass Kurzstreckenzieher mehr Vorteile haben als Langstreckenzieher.» Grund: Da es bei uns wärmer wird, schlüpfen Insekten früher. Weil sich die Langstreckenzieher an den «alten Fahrplan» halten, sind bei der Rückkehr im Frühling die von ihnen als Nahrung bevorzugten Insekten vielleicht gar nicht mehr da.

Quelle: Vogelwarte Sempach

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