Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Bitte nicht die schönen Hortensien rauchen

Schon Indianer und alte Chinesen wussten: Die Hortensie hilft den Harnorganen und der Prostata.
Ulrike von Blarer Zalokar
Kein Wunder, spricht man auch von «Schneeballhortensien». (Bild: Getty)

Kein Wunder, spricht man auch von «Schneeballhortensien». (Bild: Getty)

Bitte nicht rauchen: Es gibt immer noch Leute, die Hortensien rauchen. Dies, weil sie denken, sie enthielte Rauschmittel. Nun, nach allem, was man weiss, tut sie das nicht. Und vor allem kann es sehr schnell sehr schlimm enden: Raucht man sie, entsteht Blausäure. Also: Finger weg.

Anschauen jedoch muss man diese Pflanze einfach. Hortensien sind wunderschön, gerade jetzt, da sie blühen. Zur Blüte sind sie oft weiss, sehen aus wie Bälle, prächtig und voll, und werden daher auch Schneeballhortensien genannt. Die Farbe kann sich aber ändern, je nach Säure- und Eisengehalt des Bodens.

Nach Europa ist die Hortensie importiert worden. Eines ihrer Ursprungsgebiete ist der Osten der USA, eines ihrer Lieblings­gebiete liegt in Florida. Sie mag da besonders die sumpfigen Gebiete, und dieses Sumpfig-Heisse kündigt ein wichtiges therapeutisches Thema an: feuchte Hitze.

Hydrangea arborescens ist ihr botanischer Name: «baumartiges Wassergefäss». Hydrangea wird anderthalb, manchmal bis zu drei Meter hoch, nicht nur in Sümpfen, gerne auch in feuchten Wäldern, und allzu viel Sonne mag diese Pflanze nicht.

Die Cherokee kochten einen Sud aus den Wurzeln

Die Indianer, und zwar die Cherokee, setzten das Kraut bei Nieren-, Gallen- und Blasensteinen ein. Sie kochten einen Sud aus dem getrockneten Rhizom mit den Wurzeln. Das Rhizom ist der unterirdische, knollenartige Teil, den manche Pflanzen haben und von dem die Wurzeln abgehen.

Im alten China setzte die Traditionelle Chinesische Medizin TCM die Hortensie bei Steinleiden ein und mehr noch gegen Malaria sowie als Männerkraut: Das Kraut hilft bei Problemen mit der Prostata, zum Beispiel bei einer Vergrösserung, und auch bei einer Entzündung. Die TCM schätzt und nutzt, dass Hydrangea neutral in der Temperatur ist, bitter und sauer im Geschmack, und Wirkungen zeitigt auf die Funktionskreise Niere und Blase. Die beiden Hauptwirkungen der Pflanze sind laut TCM «Nässe ausleiten und Durchspülung fördern» sowie «Nässe, Feuchtigkeit und Hitze ausleiten».

Hitze und Feuchtigkeit, da sind wir zurück beim Sumpfig-Heissen. In der TCM hat es einen eigenen Namen: «feuchte Hitze». Und diese kann in vielen Funktionskreisen Beschwerden und Erkrankungen auslösen. Im Funktionskreis der Blase sind es eben jene, bei denen die TCM oftmals die Hortensie einsetzt: Harnsteine, Entzündungen der Harnwege und der Prostata, auch Inkontinenz. Die TCM verschreibt eine Tinktur, also einen alkoholischen Auszug, aus den getrockneten unterirdischen Teilen, kombiniert mit anderen Pflanzen, je nach Diagnose.

Wir essen zu süss, zu scharf, zu kalt und zu unregelmässig

Feuchte Hitze kommt nicht von ungefähr. Ihre Ursachen liegen in der Ernährung: Tendenziell essen wir zu viele denaturierte Fette, die durch Hitze, Sauerstoff oder ungeeignete Lagerung verändert wurden. Wir essen zu süss und zu scharf, oft zu kalt, direkt aus dem Kühlschrank, und übermässig und unregelmässig. Alkohol fördert feuchte Hitze ebenso.

Zu den Inhaltsstoffen der Hortensie sei gesagt: Wegen ­Hydrangin, Hydrangenol und der Saponine kann es bei einer Überdosierung zu Schwindel und Enge im Brustkorb kommen. Ein weiterer Inhaltsstoff, Halofuginon, sorgte 2009 für Aufsehen: Halofuginon zeigte in Tierversuchen zu Autoimmunerkrankungen Erstaunliches. Es scheint in der Lage zu sein, nur bestimmte Immunzellen zu hemmen, ohne das gesamte Immunsystem stillzulegen. Wie Halofuginon – und ob überhaupt – in der Human­medizin eingesetzt werden wird, scheint jedoch noch unklar.

Ulrike von Blarer Zalokar leitet die Heilpraktikerschule Luzern. Sie ist Autorin des 5-Elemente-Kochbuches «EssenZ aus der Küche»: www.heilpraktikerschule.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.