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Zu viel Essen landet im Abfall

Eine Million Tonnen Lebensmittel werden in den Schweizer Haushalten verschwendet. Jeder könnte etwas gegen Food Waste tun, denn viele Tonnen wären vermeidbar.
Bruno Knellwolf

Lebensmittel sind zum Essen da. Doch eine gestern vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) veröffentlichte Studie zeigt, dass in der Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller viel verloren geht oder weggeworfen wird: 2,6 Millionen Tonnen jährlich. Das entspricht 190 Kilogramm pro Person. Esswaren, die hergestellt, aber nicht konsumiert werden, führen aber zu unnötigen CO2-Emissionen und Vergeudung von Pestiziden, Land- und Wasserverbrauch und belasten somit Boden, Wasser und das Klima.

Wert der Nahrungsmittel nicht bewusst

Erhoben wurden die Verluste in der Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie, den Haushalten, der Gastronomie und dem Detailhandel. Am meisten verloren geht in den Schweizer Haushalten – eine Million Tonnen pro Jahr. Die Hälfte davon landet im Kehricht und wird verbrannt. Rund 170000 Tonnen werden separat gesammelt und zu Dünger oder Biogas verwertet. Die restlichen 350000 Tonnen werden entweder kompostiert oder an Tiere verfüttert. Und das Entscheidende: Von den gesamten Lebensmittelverlusten wäre gemäss dem Bafu fast die Hälfte vermeidbar, was 60 Kilogramm pro Person im Haushalt entspricht. Das Bafu zeigt auch die Gründe für die hohe Menge an Food Waste in Schweizer Haushalten: Zum ersten fehle die Wahrnehmung der eigenen Lebensmittelabfälle, zudem mangle es am Bewusstsein für den Wert von Nahrungsmitteln und am Wissen über die Haltbarkeit, die Lagerung und an den Methoden zur Resteverwertung. Hilfreich sei eine gute Grünabfall-Infrastruktur der Gemeinden. Wird Food Waste zu Hause aufbewahrt bis zur Grünabfuhr, steigt der Ehrgeiz, die Abfallmenge so gering wie möglich zu halten.

Verluste um 90 Prozent senkbar

In der Landwirtschaft fallen jährlich rund 225000 Tonnen in Form von Ernterückständen und Ernteausschüssen an. Diese Verluste könnten mit organisatorischen und technischen Massnahmen um 90 Prozent gesenkt werden. Insgesamt zeigen die Analysen, dass von den insgesamt 1,7 Millionen Tonnen vermeidbaren Verlusten rund 43 Prozent in der Lebensmittelindustrie und 28 Prozent in den Haushalten anfallen. Der Bundesrat hat im März im Rahmen des Aktionsplans Grüne Wirtschaft eine Massnahme zur Verringerung von Food Waste verabschiedet.

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