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ZÜRICH: Frankenstärke schlägt auf Geschäftsreisen durch

Der starke Franken hat den Schweizer Geschäftsreisemarkt erwischt. Während die Zahl der verkauften Flugtickets im vergangenen Jahr stagnierte, wurden weniger Bahnbillete gekauft. Dies zeigen Zahlen der Firma Airplus, die Produkte für das Bezahlen und Abrechnen von Geschäftsreisen anbietet, darunter Kreditkarten.
Die Zahl der Geschäftsreisen via Flugzeug stagniert. (Bild: Keystone)

Die Zahl der Geschäftsreisen via Flugzeug stagniert. (Bild: Keystone)

Die Zahl der Bahnbillete von Geschäftsreisenden sei um 2,6 Prozent zurückgegangen, sagte Airplus-Schweiz-Chef Klaus Stapel am Freitag vor den Medien in Zürich: «Wir schätzen, dass einige Kunden im letzten Jahr den Gürtel etwas enger schnallen mussten.»

Gerade die Stagnation bei den Flugtickets sei angesichts der Flaute der Schweizer Konjunktur ein interessanter Fall, denn beim letzten Einbruch der hiesigen Wirtschaft habe es hier ein Minus von 15 oder gar 20 Prozent gegeben. «Die Firmen in der Schweiz klagen und müssen schon aufs Geld schauen. Sie reisen aber doch noch», sagte Stapel.

Zudem übte der starke Franken Druck auf die Ticketpreise aus. Durchschnittlich kostete ein Geschäftsflug noch 914 Franken. Das seien 9,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Airlines mussten Ticketpreise senken

Der deutliche Rückgang sei nicht damit zu erklären, dass Geschäftsreisende weniger Businessclass und mehr Economy gebucht hätten oder von traditionellen Fluggesellschaften auf Billigairlines umgestiegen seien, sagte Stapel: «Die Durchschnittspreise der Airlines sind gesunken.»

Noch immer würden nur 9,1 Prozent der Schweizer Manager mit Billigairlines fliegen. 2014 seien es 8,3 Prozent gewesen. Immer noch seien über 90 Prozent der Geschäftsleute mit klassischen Fluggesellschaften unterwegs.

Dabei zeige sich, dass Frauen günstiger reisen würden als Männer. Zum einen würden Managerinnen weniger Business und mehr Economy fliegen als Männer. Auch würden Frauen im Durchschnitt vier Tage früher buchen und erhielten dadurch die günstigeren Flugtickets. Zudem würden Frauen weniger stornieren. Stornierungen kosten Geld.

Der Durchschnittspreis für ein Bahnbillet sank um 2,6 Prozent auf 149 Franken. Für Mietwagen wurden im Schnitt noch 237 Franken ausgegeben. Das sind 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Und der Preis für Hotelübernachtungen fiel um satte 12,6 Prozent auf noch 458 Franken im Schnitt.

Schweiz sechstgrösster Markt der Welt

Insgesamt hat Airplus im vergangenen Jahr rund 1 Million Buchungen von Flügen, Bahnreisen, Mietwagen und Hotelübernachtungen durch Schweizer Geschäftsleute ausgewertet. Die Lufthansa-Tochter habe hierzulande nicht ganz 2700 Firmenkunden, sagte Stapel. Airplus verdient an den Geschäftsreisen vorab via Kreditkartenkommissionen auf Flug- und Zugtickets sowie Ausgaben für Hotelübernachtungen und Mietwagen.

Die Schweiz sei der sechstgrösste Markt von Airplus, sagte Firmenchef Patrick Diemer. An der Spitze stünden Deutschland, Frankreich, Italien und China.

Das über Airplus-Kreditkarten abgewickelte Transaktionsvolumen lag im vergangenen Jahr bei 13,8 Milliarden Euro nach 12,7 Milliarden Euro im Jahr 2014. Daraus ergaben sich 329 Millionen Euro Umsatz. Das ist ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte um 11,7 Prozent auf 51,7 Millionen Euro.

Der Schweizer Geschäftsreisemarkt zeige einen positiven Trend im ersten Quartal des laufenden Jahres, sagte Stapel. Er hoffe, dass die Firmen wieder mehr reisen würden.

sda

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