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Kolumne

Postkarte aus München: Mit dem Radl zum Kocherlball

Ingrid Schindler
Ausruhen vom Tanzen am Ball im Englischen Garten. (Bild: Ingrid Schindler

Ausruhen vom Tanzen am Ball im Englischen Garten. (Bild: Ingrid Schindler

Ist das eigentlich noch ein Geheimtipp? Wenn, wie letzten Sonntag, über 11000 Münchner, Bayern, Zugereiste und wir zehn Schweizer frühmorgens mit dem Velo oder zu Fuss durch den Englischen Garten zum Chinesischen Turm pilgern: eindeutig jaaa! Um Landler, Polka, Zwiefachen, Walzer und Polonaise zu tanzen, die wunderschönen, alten Trachten zu sehen, die altbayerische Tanzmusik zu hören, die zauberhafte, friedlich-fröhliche, ganz besondere Stimmung zu erleben, ja, so etwas Schönes gibt es nirgendwo anders.

Am dritten Sonntag im Juli findet jeweils der Kocherlball statt. Die Kocherl waren die Dienstboten und Köchinnen, die sich im Sommer am Sonntagmorgen zum Tanz trafen. Um zehn Uhr gings zurück an den Herd. Auch diesmal war dann Schluss. Danach staunten wir über die Surfer am Eisbach, radelten in die Stadt und stärkten uns bei frischen Weisswürsten (aus der Hausmetzgerei), reschen Brezn und Weissbier im Franziskaner. Und allen war klar: Lederhose und Dirndl werden fürs nächste Mal gekauft.

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