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Der Räuber Hotzenplotz ist zurück aus dem Spritzenhaus

Im neuen Band liegt der Säbelheld wieder auf der Lauer und will von Kasperl und Seppel auf den Mond geschossen werden. Doch ursprünglich war der Text von Otfried Preussler fürs Kasperlitheater geschrieben worden.
Bettina Kugler
Im Spritzenhaus träumt Räuber Hotzenplotz von Grossmutters Kochkünsten. Kaum ist er draussen, fällt er auf Kasperls Mondrakete herein. (Bild: Thorsten Saleina)

Im Spritzenhaus träumt Räuber Hotzenplotz von Grossmutters Kochkünsten. Kaum ist er draussen, fällt er auf Kasperls Mondrakete herein. (Bild: Thorsten Saleina)

Hoppla, kann das wirklich stimmen? «Amtliche Bekanntmachung: Gesucht wird DER RÄUBER HOTZENPLOTZ, gefährlichster Räuber im ganzen Landkreis», so steht es handgeschrieben auf dem Aushang. Jemand hat ihn mit einem Nagel am Baum befestigt. «Besondere Kennzeichen: Schwarzer Räuberhut mit langer Feder und rotem Band, Stoppelbart.» Tatsächlich! Er ist noch ganz der Alte. Nur sind ihm ein paar seiner Waffen abhanden gekommen.

Die sieben Messer und den Säbel hat Wachtmeister Dimpfelmoser noch pflichtbewusst weggesperrt. Die Pfefferpistole aber hat er dann doch auf der Werkbank im Spritzenhaus vergessen. Da war er offenbar schon mit den Gedanken bei Bratwurst und Sauerkraut. Noch schlimmer: Eines schönen Tages vergisst er, den Riegel am Tor des Spritzenhauses zuzumachen. Sehr zum Verdruss des Räubers Hotzenplotz! Denn einfach so aus dem Gefängnis zu spazieren, ohne spektakulären Ausbruch mit Verfolgungsjagd – das nagt an seiner Berufsehre als altgedienter Räuber.

Moment mal, wirst Du jetzt einwenden, hat der Hotzenplotz nicht nach drei Abenteuern das Räuberhandwerk an den Nagel gehängt und eine Beiz im Wald eröffnet? Stimmt! Aber so richtig glauben konnten wir das eigentlich nicht. Wäre doch schade gewesen um den Pfeffer. Deshalb sass der Räuber Hotzenplotz also wieder einmal im Spritzenhaus hinter Schloss und, nein! nicht hinter Riegel.

Pilzsuppe und Knödel können warten

So jedenfalls erzählt es das Buch, das Ende Mai überfallartig die Läden gestürmt hat: eine neue Hotzenplotz-Geschichte! Darin kein Sterbenswörtchen von Waldesruh. Vielmehr bewährte Kost, wie damals, als es bei Grossmutter Pflaumenkuchen mit Schlagrahm geben sollte oder Bratwurst mit Sauerkraut. Das Wasser läuft uns schon im Mund zusammen (Pilzsuppe mit Knödeln, hmmm, fein!), da kommt der Wachtmeister Dimpfelmoser angekeucht, im Namen des Gesetzes: Hotzenplotz ist ausgebrochen! Statt Pilze sammeln zu gehen, müssen Kasperl und Seppel einen Plan aushecken, wie sie den Räuber dingfest machen können. Nichts lieber als das!

Vor langer Zeit hat Otfried Preussler diese Geschichte geschrieben. Nicht als Band 4, sondern als Stück fürs Kasperlitheater. Also ausser der Reihe. Der Hotzenplotz ist darin Räuber und war nie etwas anderes. Die Tochter des schon verstorbenen Schriftstellers hat den Text letztes Jahr zufällig gefunden. Es gab ihn zwar schon einmal gedruckt. Aber nur in einem Sammelband. Sogar der Verlag hatte dieses Lesebuch vergessen – und den Silberschatz darin. Ja, einen Silberschatz versprechen Kasperl und Seppel dem Hotzenplotz: auf dem Mond. Leichtgläubig, wie der Räuber nun einmal ist, will er schnurstracks dorthin. Dass die «Mondrakete» aus Karton ist, macht ihn nicht stutzig. «Was einmal klappt, klappt auch ein zweites Mal!», da ist sich Kasperl von Anfang an sicher. Er wird recht behalten. Es gilt auch für dieses Buch: Hotzenplotz Nummer vier.

Otfried Preussler: Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete. Ab 6. Thienemann 2018, 64 S., Fr. 18.–

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