Leserbeitrag

Bereits neue Begehrlichkeiten in Muri?!

SVP Muri

Marcel Siegrist
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Der Gemeinderat Muri hat es an der vergangenen Gemeindeversammlung aufgezeigt: Die Gemeinde Muri läuft finanziell auf den Felgen. Doch spriessen in Muri bereits neue Begehrlichkeiten, welche die Gemeinderechnung mit neuen Kosten belasten sollen. Politisch Führen heisst auch, solche Begehrlichkeiten kritisch zu prüfen und von Beginn weg in die richtigen Bahnen zu leiten. Die SVP Muri fordert den Gemeinderat auf, diese Führungsfunktion wahrzunehmen.

Nein zu Blockzeiten
Blockzeiten führen für die Gemeinde zu einer nicht tragbaren finanziellen Mehrbelastung in der Höhe eines jährlichen, sechsstelligen Betrages (erhöhter Raum- und Betreuungsbedarf). Nur weil es Mode ist und weil sich einige Eltern auf Kosten des Steuerzahlers von der Kinderbetreuung entlasten wollen, brauchen wir keine Blockzeiten. Bis heute konnte niemand einen pädagogischen Nutzen von Blockzeiten nachweisen. Das Gegenteil ist der Fall. Blockzeiten führen unter Mehrbelastung der Primarschüler zu einer massiven Konzentration der Schulzeiten auf die Morgenstunden und gehen auch zu Lasten des Halbklassenunterrichts. Der Initiative ist deshalb energisch entgegenzutreten. Gleichzeitig ist eine nutzerfinanzierte Randstundenbetreuung zu prüfen.

Ein Ortsbus finanziert durch die Gemeinde?
Das Spital Muri und die SP-Ortspartei verlangen einen Ortsbus. Diesem Vorhaben stehen wir kritisch gegenüber. Hat Muri die richtige Grösse für einen Ortsbus? Kann ein solches System rentabel geführt werden? Jährliche, sechsstellige Subventionen durch die Gemeinde sind nicht akzeptabel. Wie Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, wird es leider oft nicht zu einem Umsteigeeffekt vom Privatfahrzeug auf das Bussystem kommen. Eine grössere Verminderung des Individualverkehrs könnte nur stattfinden, wenn auch die Privatwirtschaft sich finanziell daran beteiligen und für ihre eigenen Mitarbeiter und Kunden ein Anreizsystem zum umsteigen schaffen würde. Die Gemeinde kann dabei die Infrastruktur zur Verfügung stellen und helfen, das Projekt umzusetzen.

Kein erweiterter Skaterpark
Das von der Gemeindeversammlung genehmigte Skaterpark-Projekt ist gemäss AZ vom 9. Dezember 2010 auf Eis gelegt worden. Der zukünftige Trägerverein verlangt ein wesentlich erweitertes Projekt. Diesem Anliegen ist entgegenzutreten. Für einen Skaterpark von mehreren Hunderttausendfranken fehlt es am Geld und am Bedürfnis.

Kulturpreis durch die Gemeinde?
Der Gemeinderat teilt mit, ab dem Jahr 2012 werde die Gemeinde Muri neu einen jährlichen Kulturpreis ausrichten. Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe des Staates, Kultur zu beurteilen. Warum gerade die Gemeinde diesen Preis vergeben soll, ist daher fraglich. Nichts einzuwenden wäre gegen einen Kulturpreis, welcher unter dem Patronat der Gemeinde steht aber durch private Sponsoren finanziert wird. Dann müsste der Kulturbegriff aber weit verstanden werden und insbesondere dazu dienen, all die tollen Vereine und ihre selbstlosen Helferinnen und Helfer zu ehren, die sich von der Fasnacht bis zum Turnerabed für das kulturelle Leben in Muri einsetzen. Eine finanzielle Beteiligung durch die Gemeinde lehnen wir aber entschieden ab.
Wir hoffen, dar Gemeinderat hinterfragt die Vorhaben kritisch und lässt sich nicht bei jeder Begehrlichkeit einwickeln. (bbr)