Leserbeitrag

Das Schweizerdeutsch-Café der Stadtbibliothek Baden feiert sein 5-jähriges Jubiläum

Diethilde Stein
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Seit 2015 findet das Schweizerdeutsch-Café jeden Monat in der Stadtbibliothek Baden statt.
Im August feierte das Schweizerdeutsch-Café sein fünfjähriges Jubiläum.

Seit 2015 findet das Schweizerdeutsch-Café jeden Monat in der Stadtbibliothek Baden statt. Und am 27. August feierte es sein fünfjähriges Jubiläum. Ein Gespräch mit der Moderatorin Yvonne Brogle und Teilnehmerin Mariya Yatsyshyn, dass zeigt, wie wichtig es für den Alltag ist, besser Schweizerdeutsch zu verstehen.

Wer ist bei Ihnen im Schweizerdeutsch-Café zu Gast?Yvonne: Es gibt Stammgäste und auch Personen, die neu hier sind. Sie kommen aus der gesamten Region Baden und dem Aargau, denn meines Wissens gibt es nichts Vergleichbares, das kostenlos und so unverbindlich ist. Es sind Migrantinnen und Migranten die kürzlich in die Schweiz gezogen sind und bereits etwas deutsch sprechen, aber auch welche, die schon länger hier sind und besser Schweizerdeutsch verstehen möchten. Sie wollen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, suchen Kontakt oder brauchen es für ihre Arbeit.

Seit wann kommen Sie ins Schweizerdeutsch-Café?
Mariya: Ich komme ursprünglich aus der Ukraine, lebe seit meiner Heirat vor zwei Jahren in der Schweiz und besuche seitdem auch das Schweizerdeutsch-Cafe der Stadtbibliothek Baden.

Warum ist es wichtig, Schweizerdeutsch verstehen zu können?
Yvonne: Im Alltag ist das Schweizerdeutsch zentral. Alle sprechen Dialekt, ob in den Medien, bei der Arbeit, im Verein oder der Nachbar nebenan. Wir thematisieren den Schweizer Alltag, Situationen die alle kennen, das Einkaufen, Freunde treffen, Arztbesuche oder Schule. Manche bringen Wörter mit, die sie oft hören, aber nicht verstehen. Das schauen wir gemeinsam an und die ganze Gruppe profitiert davon.

Und warum kommen Sie ins Schweizerdeutsch-Café?
Mariya: Es interessiert mich, denn die Familie meines Mannes kommt aus der Schweiz. Wenn wir uns treffen, unterhalten wir uns im Dialekt und ich versuche auch «öpis» auf Schweizerdeutsch zu sagen.

Woher stammt die Idee?
Yvonne: Vor fünf Jahren bemerkten wir von der Stadtbibliothek, dass dies ein Bedürfnis von Deutschlernenden in der Schweiz ist. Viele lernen Deutsch und realisieren, dass sie den hiesigen Dialekt nicht verstehen. Im Sprachcafé spreche ich langsam Schweizerdeutsch und vieles wird verständlich, wenn man es erklärt.

Die Stadtbibliothek Baden bietet auch ein Deutsch-Café an. Was ist der Unterschied?
Yvonne: Im Deutsch-Café wird hochdeutsch angewendet und im Fokus steht das regelmässige Sprechen der deutschen Sprache zu alltäglichen Themen. Im Schweizerdeutsch-Café spreche ich Dialekt. Es gibt Hörübungen, Textbeispiele und Tipps. Dies soll helfen Schweizerdeutsch besser zu verstehen, nicht zu sprechen.

Was gefällt Ihnen am Schweizerdeutsch-Café?
Mariya: Ich finde die Gesprächsthemen gut, denn sie sind für alle interessant. Ich habe viel über Schweizer Feste, Gerichte, Familien- und Alltagskultur erfahren. Immer wieder entdecke ich neue Wörter, die oft eine andere Bedeutung als im Deutschen haben. Die Moderatorin spricht langsam, so dass wir alles gut verstehen. Was wichtig ist, besonders für Leute, die gerade erst in die Schweiz umgezogen sind.

Welches sprachliche Niveau braucht man Ihrer Meinung?
Mariya: Man sollte Deutsch verstehen und sprechen können. Ich denke, ab Sprachniveau A2. Aber man muss nicht Schweizerdeutsch sprechen können, denn das Sprachcafé ist so aufgebaut, dass man den Dialekt besser verstehen und die Kultur kennen lernen kann.

Nächster Termin
Donnerstag, 17. September 2020, 9.30-10.45 Uhr in der Stadtbibliothek Baden, Mellingerstrasse 19
ohne Anmeldung | kostenlos | maximal 12 Teilnehmende

Mehr unter: www.stadtbibliothek.baden.ch