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Die Weinbaugenossenschaft Würenlingen reiste ins Südtirol

Lino Burkard
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Jubiläumsreise

Würenlingen (lb) Zum Jubiläum 40 Jahre WGW gönnten sich die Weingenossen eine unterhaltsame und lehrreiche Reise ins Südtirol. Heisses Sommerwetter, gute Kameradschaft, interessante Besichtigungen, vorzügliche Weine, feines Essen waren die Stichworte zu dieser 3tägigen Fahrt.

Weingut Unterortel

Kurz nach Naturns durfte die Gesellschaft in einen Shuttle-Bus umsteigen. In steilen Kehren ging es nun bergwärts durch die Rebberge. Im Auftrag des Eigentümers Reinhold Messner haben die Pächter Gisela & Martin Aurich ab 1992 hier oben ein Weingut aufgebaut. In sehr steilen Lagen zwischen 600 und 850 Höhenmeter wachsen die Reben auf gepflegten Parzellen hoch über dem Talgrund. Felsen und Mauern aus Gneis stützen und umarmen die Weinberge. Ihr Mann finde, die Rebsorte Weißburgunder (Pinot blanc) passe am Besten in dieses Gelände, meinte Gisela Aurich. Angebaut werden aber auch Riesling, Müller Thurgau und Blauburgunder. Mitten in den Reben konnten sich die Weinbauern aus Würenlingen von der vorzüglichen Qualität der Weine überzeugen. Eine kleine Degustation führte die Besucher ausserdem auch in die Welt der Destillate, welche in einer kleinen Brennerei mitten im Rebengelände ausgebaut werden. Als Spezialität fiel dabei ein Brand aus Edelkastanien auf. Hoch über den Rebenparzellen thront das Schloss Juva. Es dient der Familie von Reinhold Messner als Sommerwohnsitz. Das Thema der Ausstellung im Museum: „Die heiligen Berge.“. Ebenso sind im Schloss diverse Kunstsammlungen untergebracht. Die Besichtigung bot überraschende Einblicke in das Leben des Hausherrn.

Kellerei Nals Margreid

Das neue Kellereigebäude der Genossenschaft beeindruckte durch seine moderne, harmonische Gestaltung. Die Räume für die Verarbeitung und für die Lagerung der Weine sind in eine wohltuende, hochmoderne Architektur eingebettet. 140 Rebbauern sind in der Genossenschaft zusammengeschlossen. 150 ha werden bewirtschaftet und auf diesem Platz gekeltert. Die 13 Lagen erstrecken sich über 13 verschiedene Gebiete von Nals im Etschtal bis Margreid im Süden des Tirols. Der Rundgang durch die grosszügigen, funktionell optimal ausgestatten Räume versetzte den Schreibenden beinahe in eine feierliche Stimmung. Als Krönung zeigte man uns den Saal in welchem die Weine in Barrique-Fässern ausgebaut werden. Getoppt wurde der Eindruck nur noch durch die Degustation der Weine auf der überdachten Terrasse. Die Eindrücke der probierten Weine im Glas verbanden sich mit dem Blick den man auf einen grossen Teil des mittleren Vintschgaus hatte.

Erbhof Unterganzner

Dieser Betrieb wird in der 10. Generation von Josephus und Barbara Mayr bewirtschaftet. Er liegt am Ostrand des Bozner Beckens in 285m Meereshöhe, dort wo der Eggentaler Bach in den tosenden Eisack mündet. Das Ehepaar Mayr stellte uns den Betrieb vor und führte anschliessend auch durch die Degustation. Der traditionelle Betrieb hat sich - allen modernen Entwicklungen zum Trotz - der Pergelkultur verschrieben. Die „Erziehung auf der Pergola" wurde so modifiziert, dass hohe Stockanzahlen pro Hektar gepaart mit niedrigen Stockerträgen die Qualität sichern. Wir lernten die Rebsorte Lagrein kennen. Aus diesen Trauben werden in der Gegend um Bozen grosse Weine gekeltert (Muri Gries). Der Lagrein wird auch zusammen mit der Vernatschtraube vergoren und ergibt so den berühmten St. Magdalener. 15 verschiedene Sorten Weine, total 80‘000 Flaschen kommen vom Erbhof auf den Markt. Die Weine reifen in Holzfässern oder in Barriques. Diese lagern, im Gegensatz zu der „Barrique-Halle“ von Nals in einem sehr tiefen, gruft-artigen Keller.

Alois Lageder

Dieser traditionsreiche Familienbetrieb liegt in Margreid an der italienischen Sprachgrenze. Die Kellereieinrichtungen sind hochmodern. Verarbeitet werden eigene Trauben von ca. 50 ha. Dazu kommen noch Trauben von Vertragspartnern die etwa 120 ha bewirtschaften. Ca. 70% der Weinsorten sind weiss, ca. 30 % rot. Die Vielfalt an angebotenen Weinen ist riesig. Das Angebot wird auf die Sortimente „Klassische Sorten“, „die Terroirs“ und „die Weinhöfe“ aufgeteilt. Parallel zur Degustation der Weine wurde ein feiner Zmittag serviert. Die lehrreiche Runde durch die sehr unterschiedlichen Weinbaubetriebe und Kellereien fand so einen würdigen Abschluss.

Es tönt so, als wären die Weingenossen nur zu Schulungszwecken ins Nachbarland gereist. Weit gefehlt! Die Würenlinger Weinbauen residierten im Stadthotel Città direkt am Hauptplatz von Bozen. Es gab die Möglichkeit am Morgen den Markt zu besuchen und am Abend elegant zu „lädele“ oder einfach in der Stadt zu bummeln. Ein Abendessen wurde sogar in den Räumen eines Schlosses hoch über Bozen eingenommen. Es wurde viel gelacht und geschwatzt und ab und zu sogar mitten im schönsten Weingebiet ein Bier getrunken. Katja und Totò haben bei der Organisation und bei der Durchführung ihr Bestes gegeben und die Teilnehmer haben es genossen. Ins Südtirol führte die Route über den Arlberg und über den Reschenpass. Zurück kamen die Würenlinger über den Ofen- und den Flüelapass. Harry Suter verstand es als Chauffeur seine grosse Freude am Fahren und seine Kenntnisse über Land und Leute auf die Gesellschaft zu übertragen. Die Jubiläumsreise war ein perfektes Ereignis.