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Erntedankgottesdienst

Fabienne Schmid
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Frühling, Sommer, Herbst und Winter, das sind die Jahreszeiten, die wir jedes Jahr

mit mehr oder weniger Freude erleben. Das Wetter ist häufig nicht so, wie wir es uns wünschen, doch blickt man zurück, entdeckt man jedesmal, wie gut schlussendlich alles verlaufen ist. Der Regen kam zur rechten Zeit, die Sonne schien lang genug, um die Saat wachsen zu lassen und auch uns ein bisschen Farbe zu verleihen. Die Ernte ist bald gänzlich eingefahren und die Früchte der Bäume und Sträucher sind gelagert, um auch in der kalten, unfruchtbaren Jahreszeit Mensch und Tier mit Nahrung zu versorgen.

Am letzten Sonntag, den 28. Oktober um 10.00 Uhr wurde wie jedes Jahr der Erntedankgottesdienst in der FEG Unteres Aaretal gefeiert. Mit Liedern und Gebet wurde Gott für seine wunderbare Schöpfung, seinen Segen und seine Hilfe gedankt.

Es bestand für jeden der Besucher die Möglichkeit, nach vorne auf die Kanzel zu stehen und über etwas Besonderes, das ihm in diesem Jahr widerfahren ist, zu berichten.

Ueber die Geschichten, die da zu hören waren, konnte man nur staunen: Dankbarkeit für die Familie, die in Notzeiten zu Hilfe kam, für das Blüemli, das ohne Zutun so „selbstverständlich“ am Strassenrand oder im Garten wächst, die Bewahrung vor Unfällen auf Reisen und im Alltag, Heilung von Krankheiten – wer mit offenen Augen durch das Leben geht, entdeckt in jeder Situation die hütende und liebende Hand Gottes.

Zum Schluss kam Roger Nufer, der Prediger mit einem 5-Franken Stück nach vorne und fragte die Versammelten, ob sie denn überhaupt wüssten, was auf dem Rand dieser Münze stehe. Einiges Gemurmel in der Reihen war die Folge. Herr Nufer spannte die Menge nicht lange auf die Folter und gab die Antwort bekannt: Es steht „Dominus providebit, was lateinisch „Gott sorgt vor“ heisst.

Der Glaube an Gott war die Grundlage bei der Gründung der Eidgenossenschaft, woran uns auch heute noch diese Münze erinnert.

Auf die weitere Frage, welche Gestalt in der Bibel denn diese Aussage gemacht habe, kam eine schnelle Antwort. Es war Abraham, der seinen geliebten Sohn Isaak auf den Berg brachte, um ihn Gott zu opfern.

Diese Geschichte erscheint im ersten Moment wie ein Horrorszenario, doch Gott hatte vorgesorgt, indem der treue Abraham einen Schafsbock im Gebüsch entdeckte, der dann das Opfer wurde.

Somit wurde man auch der Liebe gewahr, die Gott für uns hat, als er seinen Sohn Jesus an Ostern für unsere Sünden opferte, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern das ewige Leben habe. (Joh. 3, 16)

Und plötzlich ward man sich bewusst, dass das Erntedankfest nicht nur für das leibliche Wohl sondern dass Gott auch der Dank für die allumfassende Liebe gebührt.

Nach diesen verschiedenen Geschichten und Erzählungen wurde wer wollte in die oberen Räumlichkeiten zu einem Mittagessen eingeladen.

Die Bäckerei Alt aus Endingen hatte eine feine Fleischroulade mit Kartoffelgratin und Salat zubereitet sowie verschiedene Desserts bereitgestelt.

So ergab sich noch manch interessantes Gespräch über verschiedene Erlebnisse und zufrieden und dankbar kehrten die Einzelnen am frühen Nachmittag nachhause.