Leserbeitrag

Fazit aus dem Surbtalk N°5 vom 2. Juni 2015

David Burgherr
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Unser fünfter Surbtalk war der Abstimmung über die Präimplantationsdiagnostik (PID) sowie der Vernetzung und Zusammenarbeit im Bezirk Zurzach gewidmet.

Bei der PID stand die ethische und gesellschaftliche Dimension im Zentrum. Hauptbedenken bleibt, dass durch die PID werdende Mütter zunehmend gedrängt werden diagnostische Abklärungen vorzunehmen, Embryos mit schweren Erbkrankheiten abzutreiben, ansonsten die Verantwortung für die Behinderung ihres Kindes zu tragen, was letztlich auch den Druck auf die behinderten Menschen selbst erhöht. Andererseits sehen wir keine Lösung darin, die Diagnosetechnik zu verbieten, nur um diese ethische Diskussion nicht führen zu müssen. Es bestehen bereits jetzt in der Schweiz verschiedene Diagnoseverfahren um Behinderungen pränatal zu erkennen, eine Abtreibung ist bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt und eine PID kann rundum im nahen Ausland gemacht werden. Ausserdem wir die PID den grössten Teil der Behinderungen nicht diagnostizieren und ausschliessen können, da sich die meisten erst während der Schwangerschaft ausbilden.

Kurz: Wir stehen für das Selbstbestimmungsrecht der Eltern ein, sei es zur Abtreibung oder zum Austragen eines voraussichtlich behinderten Kindes. Wir stehen auch dafür ein, dass behinderte Menschen eine angemessene gesellschaftliche Unterstützung und den vollen menschlichen Respekt geniessen. Wir erachten die Trennung zwischen Behinderung und Normalität als nur vermeintlich klar und die grosse Vielfalt an menschlichen Erscheinungsformen als gesellschaftliche Bereicherung.

Zur Vernetzung und Zusammenarbeit im Bezirk kamen verschiedenste Themen zur Sprache. Das wichtigste Votum war eigentlich die Teilnahme am Surbtalk selbst und wir danken an dieser Stelle besonders Elena Flach und Marc Bamberger als Delegation aus der Sektion Zurzach!