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Forschungsexpedition auf den Azoren - Ein Traum wird wahr

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P1160468.JPG Die durchaus nützliche Pflanze Aloe Vera
IMG_1278.JPG Auf dem Weg zum Pico
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Wie fast jeder, habe auch ich einen Kindheitstraum: Ich will Teil einer Forschungsexpedition in den Amazonas sein. Doch wie heisst es so schön? Jeder fängt klein an und so habe auch ich mit der 2-wöchigen Forschungsexpedition auf den Azoren „klein“ angefangen. Angeboten werden diese und viele weitere Ausflüge und Expedition (um Länder wie China, Thailand oder auch die USA zu entdecken) von einer Organisation namens Master Mint, welcher der naturwissenschaftlicher Zweig von der Hauptorganisation dem IJM (International Jugend Management) mit Hauptsitz in Heidelberg ist. Ich bin 15 Jahre alt und lebe schon immer in der Schweiz und 14 Jahre davon in Ueken. Seit drei Jahren besuche ich ein Internat (Landesgymansium für Hochbegabte) in Schwäbisch Gmünd in Deutschland, wodurch ich auf die Organisation aufmerksam geworden bin.

Das Ziel dieser Expedition ist es nicht, mit vorgegebenen Zielen und Methoden zu forschen, sondern dass die Gruppe Jugendlicher im Alter von 14-18 Jahren selbständig seine Forschungsziele und Methoden festlegt. Solch eine Forschungsexpedition ist nicht nur zum Vergnügen da sondern soll mit einer vollständig selbsterarbeiteten und wissenschaftlich korrekter Dokumentation und Reportage beendet werden.

Nach einer langen Anreise, inklusive einer Nacht am Flughafen weil unser Weiterflug Verspätung hatte sind wir am 23. Juliauf der Vulkaninsel Pico heil angekommen. Die Zeit am Flughafen haben wir selbstverständlich effektiv genutzt und bis nachts um halb drei unsere Ziele ausgearbeitet, sodass uns nach der Ankunft nichts mehr im Wege stand um direkt anfangen zu können.

Die einzelnen Gruppen , Flora & Fauna; Klima, Geologie & Vulkan; Mensch, Kultur & Sprache; Wirtschaft & Infrastruktur; Wale und Delfine ( Schwerpunkt der Expedition) und zu guter letzt das Medienteam wussten an Hand der Forschungsziele was sie zu tun hatten und konnten entweder auf dem Speedboot auf dem Wasser oder an Land mit ihrer Forschungsarbeit beginnen.

Dieses Jahr hatten wir mit den Sichtungen auf dem Wasser sehr viel Glück, da wir seltene und eine große Vielfalt an Tieren zu sehen bekamen. Die Walart, von der wir am meisten Exemplare gesichtet haben ist der Pottwal (lat. Physeter macrocephalus) welcher als Jungtier eine Größe von 6-8 Metern und ausgewachsen von 10-15 Metern erreichen kann. Wenn sie zwecks Atmung an die Oberfläche schwimmen setzten sie ihre Echoortung ein. Mit Hilfe des Hydrophons konnten wir deutlich Klicklaute vernehmen, die mit geringerem Abstand zur Oberfläche immer schneller wurden.

Ausserdem kann man Pottwale an Hand ihrer individuellen Fluken sehr gut identifizieren und auf Fotos erkennen ob es sich um den gleichen Wal handelt.

Eine Sensation neben dem Pottwal war das zweitgrößte Säugetier der Welt, der Finnwal welcher rund 27 Meter misst. Während zwei Sichtungen konnten wir feststellen, dass sie jeweils 4 Minuten abtauchen um dann in kurzen Abständen aufzutauchen und anschließend wieder abtauchen.

Die Welt der Fauna und Flora hat neben dem auch viel zu bieten, wie zum Beispiel die Halsbandeidechse und die Madeira-Mauereidechse. Sie sind wechselwarm und mit ihrer schwarzen Haut ideal an das Vulkangestein angepasst.Auch eine sehr berühmte Pflanze haben wir des Öfteren gesehen und selbst getestet, da die Aloe Vera mit ihrem Gel bei Verbrennungen also besser gesagt Sonnebrand Schmerz lindernd und heilend ist.Zur Wirtschaft konnten wir anhand zahlreicher Supermarktbesuche feststellen, dass einige Produkte wie zum Beispiel Zahnpasta (um 44 % ) günstiger sind aber Getränke beispielsweise fast doppelt so teuer wie in Deutschland. Pico exportiert Milchprodukte, Wein, Rindfleisch und Fisch muss dafür fast alle anderen Produkte importieren.

Im laufe der Expedition haben wir festgestellt, dass Pico eine sehr ruhige und traditionelle Stadt mit sehr herzlichen und freundlichen Menschen ist. Die Menschen auf Pico Leben überwiegend von der Landwirtschaft, der Fischerei und dem Tourismus. Der Walfang stellte damals eine Haupteinnahmequelle Picos dar und seitdem dieser verboten ist müssen die Leute auf andere Berufe ausweichen und bis sich die Wirtschaft vollends erholt hat wird es noch dauern.

Auch der Vulkan, gleichnamig wie die Insel Pico ist noch aktiv und seit dem Menschen die Insel besiedelt haben, vier mal ausgebrochen und wird es in Zukunft weitere Male tun. Diese und viele weiter Informationen erhielten wir während der Führung durch die Vulkanhöhlen „Gruta das torres“ und konnten auf der Bergspitze feststellen, dass warmer Dampf aus den Felsspalten austritt.

Durch die Vielfalt an Forschungsgebieten, erlangte ich einen großen Einblick über Pico und wie eine Forschungsexpedition abläuft und vor allem wie anstrengend und zeitraubend solch eine sein kann.

Für die Ausblicke und Erfahrungen die ich bekommen habe lohnt sich die Arbeit aber umsomehr. Wann bekommt man schon die Möglichkeit den höchsten Berg Portugals zu besteigen und über die Weiten des Meeres schauen zu können, Delfine und Wale in freier Wildbahn zu beobachten und mit ihnen zu schwimmen oder auch einfach die Kultur und die freundlichen Menschen kennen zu lernen. Es war ein wirklich bereicherndes und einmaliges Erlebnis, welches mir immer in Erinnerung bleiben wird.

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