Leserbeitrag

Gemeinderatswahlen Feldbrunnen

Marcel Hanselmann
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Alt-Gemeinderat Paul Meier (FDP) kritisiert im Leserbrief vom 7. März in der „Solothurner Zeitung“ die freisinnige Liste der Kandidaten: von den vier bisherigen Gemeinderäten ist nur noch Anita Panzer aufgeführt, und die Mehrheit der Kandidaten sei dem Seniorenalter zuzuordnen. Parteiinterne Kampagnen gegen zwei der bisherigen Gemeinderäte seien vorausgegangen.

Als Neuzuzüger bin ich erst seit einem Jahr Einwohner der Gemeinde, und mit den örtlichen Gegebenheiten noch wenig vertraut. Wie vermutlich die meisten Mitglieder der FDP Feldbrunnen bin ich von dieser Entwicklung und von der Kandidatur der Gemeinderäte Schluep und Zbinden auf der sogenannten „freien liberalen Liste“ alles andere als erfreut. Für mich sind folgende Punkte wichtig:

  • An der gut besuchten Nominationsversammlung der FDP hatte die Parteileitung 9 Kandidaten für die Gemeinderatsliste vorgeschlagen. Es spricht sicher für eine lebendige Partei, dass sich mehr Kandidaten, als verfügbare Plätze vorhanden sind, zur Verfügung stellen.
  • Der von Paul Meier erwähnte „Eklat“ hatte dann darin bestanden, dass die beiden bisherigen Gemeinderäte Thomas Schluep und Adrian Zbinden an der Nominationsversammlung sich nicht mehr als Kandidaten für die FDP Feldbrunnen aufstellen lassen wollten, womit sich eine Wahl erübrigt hatte.

Dass sich innerhalb einer politischen Partei unterschiedliche Meinungen finden lassen, ist nichts Ungewöhnliches, solange sie in ihren Grundsätzen und Zielen übereinstimmen. Von solchen Differenzen sind die meisten Parteien auch auf Kantons- und Bundesebene ebenfalls betroffen. Ungewöhnlich wären aber solche Kampagnen gegen bisherige Ratsmitglieder; davon ist mir allerdings nichts bekannt. Dass der Parteipräsident drauf und dran sei, seine Position als „heimlicher Gemeindepräsident“ zu festigen, dafür sehe ich keinerlei Belege. Diese Behauptung bedeutet so nebenbei auch eine Abwertung der amtierenden Gemeindepräsidentin. Auch dass Gemeinderäte die Ansichten und Ansinnen des Partei-Präsidenten vorbehaltlos teilen müssten, wird meines Wissens nirgends gefordert.

Ich hoffe doch, dass die Partei in der Lage ist, ihre Differenzen in fairen Diskussionen und demokratischen Abstimmungen beizulegen.

Marcel Hanselmann, Mitglied FDP, Feldbrunnen