Leserbeitrag

GLP stellt Rückweisungsantrag für dritte Turnhalle in Oberrohrdorf

Orun Palit
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Die Ortspartei GLP Rohrdorferberg ist eindeutig dafür, dass Oberrohrdorf seine in der Vergangenheit vernachlässigte Infrastruktur verbessert. Aus diesem Grund spricht sie sich klar für die zusätzliche, dritte Turnhalle aus. Beim gegenwärtigen Projekt geht es jedoch nur zu zwei Dritteln um die neue Turnhalle (SFr. 4.3 Mio.). Ein Drittel der Kosten (SFr. 2.2 Mio.) soll für die Optimierung der bestehenden Infrastruktur verwendet werden. Es gibt aber keinen zwingenden Grund, diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erneuern. Den hohen Kosten würde ein geringer Nutzen gegenüber stehen. Aus diesem Grund beantragt die GLP, das Projekt zur Anpassung an den Gemeinderat zurückzuweisen. Alle nicht unmittelbar mit der zusätzlichen Turnhalle zusammenhängenden und damit nicht zwingenden Investitionen sollen gestrichen, und das Projekt baldmöglichst wieder den Einwohnern zum Entscheid vorgelegt werden. Das bestehende Parkfeld darf aus ökologischen Gründen nicht erweitert werden.

Mit den für die zusätzliche Turnhalle notwendigen SFr. 4.3 Mio. Investitionskosten lässt sich höchstens eine Steuerfusserhöhung von 3 % ableiten. Der Rest der vorgeschlagenen 10% hat nichts mit der dritten Turnhalle zu tun. Die Steuerfusserhöhung ist erforderlich, weil die Gemeindeversammlung vor einiger Zeit eine Erhöhung abgelehnt hat. Die damalige Begründung – Überalterung der Einwohner – wird nun, durch die von der Gemeinde bereits freigegebenen Investitionen von Total SFr. 16 Mio. weiter verstärkt. Es scheint, dass der Gemeinderat den „Schwarzen Peter“ für die notwendige Steuerfusserhöhung der vorsätzlich verteuerten dritten Turnhalle-Plus zuschiebt, damit das ungewollte Projekt abgelehnt wird. Somit möchte der Gemeinderat von der eigentlichen Problematik ablenken. Damit die Gemeinde sich nicht noch weiter überschuldet und sich womöglich unter Kantonsaufsicht stellen muss, sollten endlich die dringlichen Probleme angegangen werden.

Mit der teilweise geäusserten Aussage, dass die Infrastruktur von Oberrohrdorf übermässig durch Auswärtige genutzt wird, ist die GLP nicht einverstanden. Im Gegenteil, Oberrohrdorf hat seine Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten, wohl zu Gunsten eines tiefen Steuerfusssatzes, vernachlässigt. Das kommt jetzt dem einzelnen Einwohner wohl schliesslich teurer zu stehen als eine über die Jahre verteilte, moderate Steuerfusserhöhung. Er bezahlt an die hervorragende Infrastruktur im neuen Oberstufenzentrum in Niederrohrdorf. Er muss für beinahe alle Einkäufe sowie für die Pfadi, für den Tennisclub, für das Fitnesscenter und für vieles mehr in die Nachbargemeinden fahren. Dies ist wesentlich unökonomischer und auch unökologischer. Die hohen Investitionen in die Durchfahrtsstrasse nützen in erster Linie nur dem Durchgangsverkehr.

Christian Burger, Präsident GLP Rohrdorferberg