Leserbeitrag
Interkulturelle Brücke geschlagen

Marcel Siegrist
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Als gelebte Integration lässt sich das Konzert bezeichnen, das am Samstagabend im vollbesetzten Alten Gemeindesaal Lenzburg mit tamilischen und schweizerischen Jungmusikern stattfand.

Die Absicht der in Seon aufgewachsenen Tamilin Mirthula Sivanantharajah, als Maturarbeit ein Konzert zu organisieren, das indische und westliche Musikkultur kombiniert, gewissermassen als „Fusion“, gelang in optimaler Weise. Nachdem die Organisatorin und Sängerin den Abend persönlich mit der Arie „Una voce poco fà“ von Rossini virtuos eröffnet hatte, liessen die traditionell tamilisch gekleideten Musiker Instrumente erklingen, die uns westlichen Zuhörern teilweise etwas fremd sind. Andere Musikstücke wurden zusammen mit Schweizer Musikern kombiniert mit Gitarre, Violine, Schlaginstrumenten und Klavier der staunenden Zuhörerschaft vorgetragen. Die Darbietung von tamilischen Tänzerinnen mit beeindruckender Mimik vermochte ebenso zu gefallen wie jene des gemeinsamen Tanzes einer Tamilin und der Lenzburger Balletttänzerin Katharina Naegeli.

Als Schlussbouquet trug Mirthulas Schwester Ramya das bekannte Stück Habanera von Georges Bizet vor und als Zugabe sangen die beiden Schwestern das Katzenduett von Rossini und schlugen damit wieder die Brücke zu europäischer Musik. Die beiden seit Geburt in der Schweiz lebenden aber nach wie vor in ihrer tamilischen Kultur verwurzelten Sängerinnen demonstrierten auf eindrückliche Weise, dass sie in der Lage sind, auch europäische Spitzenwerke gekonnt zu interpretieren. Das beeindruckte und begeisterte Publikum verdankte das Konzert der 20 jugendlichen Musiker mit tosendem Applaus. Mit der tadellosen Organisation der Veranstaltung– auch mit tamilischen Leckerbissen in der Pause – hat sich Mirthula ohne Zweifel eine sehr gute Note für ihre Maturarbeit verdient.

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