Leserbeitrag

«Jauchzet, frohlocket mit herrlichen Chören»

Marcel Siegrist
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Das bekannte „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach mit den Kantaten I - III wurde vergangenen Samstag in der Stadtkirche Rheinfelden und am Sonntag in der Katholischen Kirche Laufenburg dargeboten und liess das Licht des 1. Advents in den innigen Klängen und „herrlichen Chören“ dieses einzigartigen Meisterwerks strahlend aufleuchten.

Der „Projektchor Rheinfelden“ und das Barockorchester „Camerata Basel“ konnten unter der Leitung von Angelika Hirsch im Verbund mit exquisiten Gesangssolisten diesem wunderbaren Kleinod des Barock eine Klanggestalt verleihen, welche allen Mitwirkenden und den ergriffenen Zuhörern unvergesslich bleiben wird.

Die musikalischen Spitzenleistungen von Musikern und Sängern verbanden sich zu einem unglaublich harmonischen Ganzen, welches die prächtigen Kirchenräume in Rheinfelden und Laufenburg mit beseeltem Klang erfüllte.

An erster Stelle ist der Chor zu nennen, der mit hohem Engagement jedes Einzelnen in den festlichen Chören prachtvolle Klangfülle entfaltete und dann wieder zarte, samtige Wärme für die anteilnehmenden Choräle, welche J. S. Bach einsetzte um der zuhörenden Gemeinde eine Stimme zu verleihen, annahm.

Dass die „Camerata Basel“ ein Klangkörper der Extraklasse ist dürfte kein Geheimnis sein. Sowohl alle Instrumentalsoli als auch der dichte und doch transparente Gesamtklang bildeten den tragenden Grund. Konzertmeister Peter Barczi musizierte mit der Solovioline hinreissend schön die Marien-Arie und Henry Moderlak‘s strahlenden Töne auf der Naturtrompete überhöhten jeweils noch den festlichen Glanz.

Mit den Gesangssolisten waren äußerst zuverlässige Künstler gewonnen worden, welche ihren Part jeweils eindrucksvoll gestalteten: Die Sopranistin Aline Du Pasquier gab dem „Engel“ lichten Glanz, Christina Metz musizierte mit ihrer klaren Altstimme mit grosser Lebendigkeit, den Evangelistenpart und die „Hirtenarie“ brachte Nino Aurelio Gmünder überzeugend und klangschön. Der Bassist Matthias Helm zeigte eine derart reife und ausdrucksstarke Präsenz, die kaum zu überbieten ist.

Die Gesamtleitung lag in den Händen der Dirigentin Angelika Hirsch, welche mit schwingender Leichtigkeit und präziser Klarheit vom Cembalo aus führte und allen Klangraum zuliess. Die innere Beseeltheit, welche J. S. Bach‘s Musik auszeichnet, als auch die strahlende Musizierfreude des Barock schien das gesamte Ensemble in eine andere Dimension zu erheben. Dies teilte sich den vielen Zuhörern mit, so dass am Sonntagabend der jauchzende Anfangschor wiederholt werden musste.