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JETZT ANMELDEN 2. Aargauer Töffli-Tour Samstag 8. Juli 2017

Roger Schwegler
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Am Samstag, 8. Juli 2017 versammeln sich in Mandach AG zehn, zwanzig oder gar hunderte Mopedfahrer, um in Erinnerungen zu schwelgen. Der Kult erlebt ein Revival: Die Töfflibuebe sind zurück.

In den letzten Jahren haben die Motor-Fahrräder die sogenannten Töfflis ganze Jugendgenerationen mobilisiert, so auch die Organisator der Tour: Roger Schwegler aus Tegerfelden und Francesco Caruso aus Windisch. Der Vorverkauf läuft super, in den ersten Tagen konnten bereits über 50 Tickets abgesetzt warden, wir rechnen mit einem Ansturm von etwa 100- 150 Teilnehmern.

Mit über 25 Jahren zählt man bei Teenagern schon zum alten Eisen. Macht nichts, wir alten Säcke erinnern uns gerne an die eigene Jugend und alte Eisen namens Mofa. Mit 35 km/h begann für viele von uns das motorisierte Leben, frisiert ging es schneller voran und weiter weg. Der 2 Takt Geruch dümpelt gemächlich vor sich hin, das Asphaltband macht bei diesem Tempo auf kurvenfrei und zieht sich schnurgerade hin bis zum nur noch schwach konturierten Abendhorizont. Duft liegt in der Luft – aber welcher bloß? Süß, fruchtig, jetzt intensiver und nun ganz klar: Erdbeeren. Links und rechts von der Straße Felder zum Selberpflücken, ein Schild: „Erdbeerland“. Wo man mit dem Motorrad nur kurz vorbeihuscht, höchstens eine Geschmacksnote erheischt, erlebt man als Töffli-Pilot diese vielleicht zwei mal zwei Kilometer große Agrarfläche wie Alice im Wunderland. Durch die Luft wirbelnde Moleküle formieren sich im Mund zu einem delikaten Fruchtsorbet, die Erdbeeren erstehen am Gaumen wieder auf. Fantastisch. Wer in Zeitlupentempo reist, nimmt sein Drumherum viel intensiver wahr, es ist die viel beschriebene Entdeckung der Langsamkeit.

Wer damals zweitakt- statt zweibeinbetrieben beim Stausee oder beim Pausenplatz auftauchte, galt was. Haarbürste in der Jeansjacke, Fuchsschwanz am Lenker, die Füße hoch auf dem Rahmen abgestellt – trotz Flaumbart und spuren der Nacht im Gesicht fühlte man sich wie der Chef. Dass man mit 35 Sachen von jedem Hobbyrennvelofahrer abgehängt wurde, konnte man natürlich nicht so stehen lassen, also ging es an Zylinder, Ritzel oder Auspuff. Wohl jeder kannte einen, der einen kannte, dessen Bruder „sein Kumpel“ wiederum von einem Frisier-Magier aus dem Nachbardorf gehört hatte, „dem sein Mofa 120 läuft“. Und es gab auch die Wahnsinnigen, die auf ihren Mofas die abenteuerlichsten Touren, zum Teil sogar ins Ausland unternahmen. Die Erinnerungen verblassen aber leider bei der Geldübergabe im Hier und Jetzt, und nach ein paar Proberunden auf dem Parkplatz mehren sich die Sorgenfalten auf der Stirn der angehenden Mofanauten. War der Plan vielleicht doch nur eine dumme Schnapsidee, werden wir angesichts nur formeller Bremsen auch nur eine einzige Passhöhe überleben, jemals die Heimat wiedersehen? Na ja, ungedrosselt laufen die Teile immerhin 40 km/h, da sitzt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von Ü-30 durchaus drin. Wenn da nur nicht diese ... nicht wären.

Komm vorbei und erlebe mit uns das Töffli-Revival 2017

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