Leserbeitrag

Kunst im Bau bei Senecasita in Aarau

20 Bilder im Haus für betreutes Wohnen im Alter

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Grosse Gebäude werden oft mit „Kunst am Bau" versehen.

Senecasita, das Haus für betreutes Wohnen im Alter in Aarau geht einen anderen Weg. Allein schon der markante Betonbau mit den hohen Fensterfronten an der hinteren Bahnhofstrasse präsentiert sich als architektonisches „Gesamtkunstwerk". Deshalb hätten die Verantwortlichen beschlossen, die Kunst ins Haus zu integrieren, wie Geschäftsführer Martin Bindschädler an der Einweihung am vergangenen Mittwoch erklärte. Nun sind zwanzig meist grossformatige Gemälde der Berner Oberländerin, Trudy Reber, fester Bestandteil des grosszügigen, allen Mietern zugänglichen Bereichs; zwanzig kleinere schmücken die Pflegezimmer.

Nach der kurzen, vom Gitarrenduo Elina Grenacher und Marco Lava umrahmten Feier unternahm Franziska Duerr vom Kunsthaus Aarau zusammen mit der Künstlerin und den Vernissage-Gästen eine kleine „Kunstpirsch" durchs Haus. „Spuren der Achtsamkeit" nennt Trudy Reber ihren Bilder-Zyklus. Ihre abstrakten, in einer vielschichtigen Tropf-, Wisch- und Pinseltechnik entstandenen Werke betitelt sie mit Umschreibungen oder Vergleichen aus der Natur. Die Achtsamkeit richtet sie sowohl auf Grosses wie das „Universum", als auch auf Kleines wie den „Smaragd", den sie als Ring gefasst am Finger trägt.

Die Harmonie ausstrahlenden, oft fast dreidimensional wirkenden Gemälde passten ausgezeichnet zur modernen Architektur und zur Philosophie des modernen Wohnens im Alter, hielt die Kunstfachexpertin Franziska Duerr fest. Sie forderte die Gäste auf, sich nicht nur mit visuellen Eindrücken zu begnügen, sondern sich immer wieder aufs Neue auf die Bilder einzulassen und diese mit eigenen Erinnerungen und Fantasien zu verbinden. Laut Aussagen von Brigitte Niklaus von Senecasita ist es der Betriebsleitung ein Anliegen, innerhalb und ausserhalb des Hauses ein möglichst vielseitiges künstlerisches und kulturelles Angebot zu ermöglichen. (Erika Lüscher)