Leserbeitrag

Malen hat viel mit "Grüble" zu tun

Georg Schmid
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4 Bilder
Schmetterlingsfrau Rosmarie Martin
Memory Walter Widmer
Verkäuferinnen am Strand Reto Hartmann

Aus der Vernissagerede von Oskar Fluri:

Malen hat viel mit „Grüble“ zu tun, einsam „Öppisem nochegrüble“. Bilder gehen einem durch den Kopf, auch Visionen, Vorstellungen, wie das Bild dann schlussendlich aussehen soll, wie es wirken soll, was es vermitteln, transportieren soll. Und wie sich die Bilder dann an der Ausstellung als Reihe in der Galerie ausnehmen werden. Eine Sauarbeit, eine Saugrübelarbeit.

Das haben Rosmarie Martin, Walter Widmer und Reto Hartmann geleistet. Mehr noch – auch wenn das NäijereHuus-Publikum keine Jury des „Salon de Paris“ oder einer Biennale ist: Sie wagen es, sich den kritischen Blicken der vielen Besucherinnen und Besucher auszusetzen.

Verschiedene Darstellungsmittel und Techniken, unterschiedliche Gestaltungsabsichten und Stilrichtungen werden einander gegenübergestellt. Das macht diese vielfältige Ausstellung spannend. Man muss den eigenen Blick, die eigene Sicht immer neu einstellen.

Alle drei Kunstschaffenden setzen sich mit dem Gegenstand, mit dem Gegenständlichen auseinander. Das ist das verbindende Element dieser Ausstellung:

In den Bildern von Rosmarie Martin wird der Gegenstand abstrahiert dargestellt. Daraus werden Zeichen, eine Art Traumsymbole. Die Porzellan-Bilder mit ihren goldenen Rahmen wirken wie Fenster, durch die man einen Blick in eine andere, in eine märchenhafte Traumwirklichkeit werfen kann. Man könnte von magischem Realismus sprechen.

Walter Widmer verfremdet die Gegenstände, die Realität. In seinen Bildern hebt er manchmal die physikalischen Gesetze einfach auf und schafft neue Sinnzusammenhänge. So kreiert er mit den Gegenständen neue Welten, surrealistische Welten. Zum Beispiel die „Schwebende St. Ursen Kathedrale auf einer grünen Öuifi-Wolke“.

In Reto Hartmanns Werken ist die Absicht, den Gegenstand möglichst wirklichkeitsgetreu darzustellen, deutlich spürbar. Wenn man will, kann man die Malereien als „Fotorealismus“ etikettieren. Fotos werden neu interpretiert. Man spürt, dass er während den unendlich vielen Stunden des Malens abertausende Fotos seiner Reisen nach Thailand und Indien in seine Bilder hineingearbeitet hat. Das Malen wurde für ihn zu einer Reise, zu einer Bilderreise, zurück in die Erinnerung und vorwärts in die neuen Bilder.

Zusammenfassung: Georg Schmid

Öffnungszeit der Galerie: Mi 15 – 18, Fr 18 – 20, Sa/So 14 – 17 Uhr

Noch bis zum 21.12.2016