Leserbeitrag

Männerturnverein im Wasseramt (SO)

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Wangen bei Olten

Männerturnverein im Wasseramt

Trotz ungünstigen Wettervorhersagen eröffnete

die MTV-Gruppe am Aschermittwoch die Wander-

saison mit der Begehung des Seeland Solthurner

Weges im nahe gelegenen Wasseramt. Schon der Name dieses Bezirks beinhaltet die Essenz ihrer

landschaftlichen Dominanz – die zahlreichen Gewässer. Morgendlich gestärkt, starteten wir bei

leichtem Schneetreiben vom bernischen Utzenstorf der Emme entlang Richtung Norden, mit Blick

auf die weissen Jurahöhen. Utzenstorf, mit seinemin einem grossen Park liegenden prächtigen Wasser-

schloss Landshut, welches ehemals mit Kloten hinsichtlich der Realisierung eines Flughafens im Ge-

spräch stand und wo auch Jeremias Gotthelf seine Spuren hinterlassen hat. Die Emme, vom Kanton

Bern her fliessend, begleitete und „beschäftigte“ uns fast bis zur Mündung in die Aare beim soge-

nannten Emmenspitz in Solothurn. Der ersichtliche Fortschritt des in jeder Hinsicht fordernden Rena-

turierungsprojektes war eine beeindruckende „lifeshow“ und männiglich malte sich aus, wie dieser be-

eindruckende Eingriff zum Wohle der Natur in dreissig Jahren aussehen dürfte. Bis zur Mittagsrast in

einem von einem freundlichen jungen Wirtepaar geführten Restaurant in Biberist, liessen wir auch

Gedanken zur weitern geographischen Umgebung einfliessen, wie den Burgaeschisee mit seinen vom

Rhonegletscher stammenden „Findlings“, der speziellen Lage der Exklave Steinhof, sowie der

Inkwilersee mit seiner Pfahlbauten-Vergangenheit. Die Nachmittagswanderung gab uns dann auch die

Gelegenheit, gedanklich die wechselhafte wirtschaftliche und demographische Geschichte dieser Gegend

Revue passieren zu lassen. Auch der Blick in’s liebliche Buechiberg durfte dabei nicht fehlen, bevor wir dann in Luterbach unsere Wander-Leistung beendeten. Dieses Dorf ist unweigerlich mit dem Namen Ritschard verbunden - Vater Willi als Bundesrat und Sohn Rolf als Regierungsrat prägten ihre Zeitepoche – als Wanderer im Jura gingen beide überraschend von dieser Welt.

Willi Ritschard war ja bekannt durch seine Zitate – wovon eines meinen Abschluss bilden möchte: „In den Diktaturen darf man nichts sagen, muss alles nur denken. In der Demokratie darf man alles sagen, aber keiner ist verpflichtet, sich dabei etwas zu denken“.

Mit leichtem Schneetreiben empfing uns dann Wangen.

Die nächste Wanderung führt uns am 25.3.2020 in den Thurgau mit Start in Aadorf.

Von Leo Baumgartner

4622 Wangen, 27. Februar 2020