Leserbeitrag

Neue Medien in der Primarstufe Pratteln

Michael Huehnert
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Neue Medien in der Primarstufe Pratteln

Elternabendreihe der Primarschule in Pratteln zum Thema „Cybermobbing und Neue Medien“ unterstrich das grosse Interesse heutiger Eltern von Primarschulkindern an der Medienerziehung.

An vier ausserordentlichen und freiwilligen Elternabenden im Februar und März wurden Themen der allgegenwärtigen digitalen Welt besprochen. Wer denkt, dass die Primarstufe von dieser Welt verschont bleibt oder irgendeinen Schutz vor ihr geniesst, darf sich sicher sein, dass er sich täuscht.

Die von der Schulsozialarbeit der Gemeinde Pratteln initiierten Elternabende waren mit knapp 200 teilnehmenden Eltern überraschend gut besucht. Durchgeführt wurden die Abende von Experten aus der Medienerziehung, einer Gruppe sozialengagierter Leute, die die Plattform ichweissnet.ch gegründet haben, um Eltern, Schulen und Jugendlichen sowie Kindern in diesem Bereich zur Seite zu stehen.

Denn die digitale Welt ist ein undurchsichtiger, neugierig machender und gefährlicher Bereich. So wurden z.B. die dramatischen Folgen von Cybermobbing besprochen und gezeigt, was innert Stunden per WhatsApp & Co von statten gehen kann, ohne dass wir etwas bemerken und welch verheerenden Folgen dieses nach sich ziehen kann. Zwei Elternabende fanden je für die Schulstufen 3 und 4 sowie 5 und 6 statt.

Viele Eltern suchten in den anregenden Diskussionen eine Orientierung, ob sie mit ihrem Umgang richtigliegen oder wollten den Umgang mit dem Thema seitens der Schule in Erfahrung bringen.

Die Primarschule Pratteln reagiert auf die gesellschaftlichen Wandlungen mit einer obligatorischen Medienbildung gemäss Lehrplan ab der 3. Klasse. Es wird mit sogenannten ICT-Pässen gearbeitet, die den Kindern bis zur 6. Klasse eine Art Führerschein in der digitalen Welt ausstellen. Dieser ersetzt allerdings mitnichten die erzieherische Arbeit und Verantwortung der Eltern.

Eine vielleicht entscheidende Quintessenz der Abende war, dass die erzieherische Begleitung als Zentrum das Aufzeigen einer „Haltung“ beinhaltet. Das Übergeben eines Handys mit vollem Internetzugang an Heranwachsende ist eine Spielwiese und Gefahrenquelle zugleich. Eine kritische Auseinandersetzung über die Nutzung ist unabdingbar. Eltern und Schule sind gleichermassen in der Pflicht, die Kinder in den Umgang mit der digitalen Welt einzuführen.

Über die grosse Zahl der interessierten Eltern waren wir positiv überrascht. Wir hoffen, dass dieses Interesse auf alle Eltern ansteckend wirkt.

Text: Michael Huehnert / Schulleitung Primarschule Pratteln Link: www.ichweissnet.ch