Leserbeitrag

Niederlenzerin hilft im Osten von Kongo

Vortrag im Saal der Christengemeinden im «gleis 1» in Lenzburg

Fritz Thut
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Als Mitarbeiterin des Malteser International lebt die Niederlenzerin Ursula Mesmer-Salesse mit ihrer Familie in der Demokratischen Republik Kongo, das in Naturschönheit leuchtet, wie manche der faszinierenden Bilder erkennen liessen, die sie bei ihrem Vortrag im Saal der Christengemeinschaft im Haus gleis 1 in Lenzburg zeigte.

Die zahlreichen Zuhörer erfuhren Interessantes über die Geografie und die von Machtkämpfen geprägte Geschichte des Kongo, vor allem aber über die sozialen Probleme und die ungeheuren Leiden, besonders der Frauen in den umkämpften Gebieten. Dennoch: Aus vielen der fotografierten Gesichter lächelte Hoffnung.

Vom Flugzeug auf einer Graspiste im Regenwald des Ost-Kongo abgesetzt, marschierte Mesmer-Salesse, begleitet von etlichen Trägern und Mitarbeitern, unter anderem einer kongolesischen Psychologin, auf lehmigen Fusspfaden zu den verstreuten Dörfern, um dort Gesundheits-Stationen zu besuchen, das Personal zu unterstützen und weiter zu bilden, Medikamente zu ergänzen und mit Frauen Kontakt aufzunehmen, die oft mehrfach kriegsgeschädigt sind: ausgeplündert, vergewaltigt, der Mann getötet oder verschollen. Mesmer-Salesse und ihre Helfer versuchen, das Selbstbewusstsein dieser Frauen, die zumeist eine grosse Kinderschar durch mühsame Feldarbeit ernähren, zu stärken und einzelne von ihnen als Leiterinnen von Selbsthilfegruppen einzusetzen.

„In manchen Dörfern, wo man jahrzehntelang keine Weisse gesehen hatte, liefen die Menschen staunend zusammen und äusserten ihre Dankbarkeit, dass wir überhaupt gekommen waren."

Bei der Betreuung der vergewaltigten Frauen werden die Täter nicht vergessen. Frau Mesmer leitet auch Sensibilisierungskampagnen gegen sexuelle Gewalt mit Soldaten, denen oft das Unrechtbewusstsein für ihre Gewalttaten fehlt, und die offenbar Respekt zeigen vor der couragierten Schweizerin. So leistet sie mit anderen Gleichgesinnten mühevolle aber auch erfolgreiche Arbeit zur Heilung körperlicher und seelischer Wunden, die im Kriegs-Chaos geschlagen wurden und immer noch werden. (rms)