natur- und Vogelschutzverein Reinach NVR
Auf der Suche nach der Lerche

Urs Kyburz
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Bild: Urs Kyburz
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(chm)

Der Natur- und Vogelschutzverein Reinach (NVR) führte eine Exkursion zum «Vogel des Jahres», der Feldlerche, durch. Diese ist leider durch die Intensivierung der Landwirtschaft bedroht, so ist sie schon lange aus dem Reinacher Moos verschwunden. Deshalb musste sich der NVR ins nahe Beromünster auf die Suche begeben.

uk. 19 Interessierte, auch aus den befreundeten Birdlife-Sektionen um Reinach, versammelten sich am nebligen, eher kühlen Sonntagmorgen in Beromünster. Bereits beim Gang durch den Flecken zeigten sich verschiedene Vögel, hauptsächlich aber Hausspatzen. Er scheint bei uns allgegenwärtig, aber einer Studie zufolge ist dessen Bestand in den letzten 35 Jahren um 247 Millionen Tiere gesunken in Europa! Beim Gang durch die Quartiere konnten schöne wie abschreckende Beispiele von Gärten bestaunt werden. Am Rande der Siedlung, in Hanglage, querte die Gruppe eine Wiese mit schönen, alten Obstbäumen, ein wertvoller Lebensraum. Die zahlreichen Profilstangen verrieten aber, dass damit bald Schluss sein wird.

In der Kathedrale

In der Waldkathedrale, ein Wald, der im Grundriss einer Kathedrale nachempfunden ist, konnten die typischen Bewohner des Waldes wie Buchfink oder Wacholderdrossel beobachtet werden. Der Wald verbreitete tatsächlich eine sakrale Stimmung, gefüllt mit dem Gesang der Vögel. Nach dem Wald folgte nun das offene Landwirtschaftsland mit Hecken. Eigentlich sehr gut, aber sie sind nicht vernetzt. Für wenig mobile Arten sind es somit Inseln, die sie nicht verlassen können. Auf der Ebene oben entdeckte die Gruppe zuerst andere Vögel: Steinschmätzer! In den Bergen wäre das normal, dort ist sein Habitat. Bei uns im Flachland taucht er sporadisch während der Zugzeit auf. Seine Leistung ist unglaublich: Der Vogel kommt neben Europa auch in Sibirien, Alaska, Kanada und Grönland vor. Und sie überwintern alle in Afrika! Sie legen so zum Teil bis zu 30‘000 Kilometern jährlich zurück!

Da ist die Lerche!

Dann ein jubilierender Gesang. Unverkennbar, eine Feldlerche! Fasziniert schauen die Teilnehmer dem Vogel zu, wie er sich in die Höhe schraubt. Am höchsten Punkt legt er die Flügel an und lässt sich fallen wie ein Stein, während er weiter singt. Knapp über dem Boden fängt sich die Lerche wieder auf. Dieses Schauspiel kann noch ein paar Mal bewundert werden.

Die Gruppe steigt hoch zum Bloseberg, wo das Ziel wäre. Angesichts des Nebels und dem giftigen Wind entscheidet die Gruppe, wieder abzusteigen. Bei der Waldkathedrale endet der erfolgreiche Ausflug, ein Teil kehrt direkt nach Hause zurück, ein anderer verpflegt sich noch im Windschatten. Kaum wieder in Beromünster zurück, löst sich der Nebel auf und die Sonne scheint für den Rest des Tages.