gemeindenachricht
Zum Trotz steht sie nun wieder da – die Mai-Tanne von diesem Jahr

Alex Gasche
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(chm)

Bereits im Vorfeld haben die jungen Männer und Frauen des Jahrgangs 2002 im Affolterwald eine von der Bürgergemeinde gesponserte Tanne entastet und mit dem Ziehmesser entrindet, um der alten Tradition des Mai-Tannli-Stellens in der Nacht auf den 1. Mai gerecht zu werden. Alle Coronamassnahmen wurden ernst genommen und die Teilnehmenden hatten nochmals Selbsttests durchgeführt.

Früh am Abend trafen sie sich nun bei strömenden Regen aber gutgelaunt und hochmotiviert mit Sonja Marti vom Lindenhof und transportierten mit ihr zusammen das «stolze Stück» mit Traktor und Wagen zum Gemeindeareal. Nach dem sorgfältigen Abladen und dem Montieren der Namensschilder ging es zum Aufstellen. In den letzten Jahren war dies stets die grösste Herausforderung gewesen und barg auch immer latente Gefahren in sich. Dank der grosszügigen Unterstützung von Daniel Kämpf, der mit dem Autokran der Kämpf Bedachungen GmbH nach Feierabend nochmals einen Einsatz leistete, war es dieses Jahr ein leichtes Unterfangen. Schön, mächtig und mit ihrer grünen Baumkrone thronend, stand die Derendinger Mai-Tanne nun prachtvoll da.

Parallel zum Aufstellen haben die Frauen Zelte erstellt, Feuer gemacht und viel Schmackhaftes und Mundendes bereitgestellt. Vom Apéro über die Haupt-Verpflegung bis zur süssen Nachspeise war alles vorhanden. Obwohl die Temperaturen nicht gerade ideal für ein Outdoor-Meeting waren, verbrachten die Jugendlichen den Abend in guter Stimmung und Atmosphäre. Eine Feuerschale spendete neben etwas Licht auch ein wenig Wärme. Traditionell wird das gemeinsame Werk über die ganze Nacht bewacht. Müde, aber vor allem wegen der Nässe und der frühmorgendlichen Kühle, gingen die letzten gegen 5.00 Uhr nach Hause.

Die kurze Zeit bis zum Erwachen des öffentlichen Lebens nutzen leider ein paar unbekannte Gestalten. Professionell – offensichtlich mit Akku-Bohrschrauber ausgerüstet – lösten sie die zum Schutz rings um das Holz erstellten Eisenstangen und fällten den nahe an der Hauptstrasse stehenden Baum mit einem Beil. Glücklicherweise ist bei dieser waghalsigen und gefährlichen Aktion kein Sachschaden an der Umgebung entstanden. Die ärgerliche und enttäuschende Situation entmutigte aber die jungen Leute keineswegs. Nach ein paar Telefonaten trafen sie sich erneut mit ein paar Bürgerräten am Samstagnachmittag. Der neuen Ausgangslage entsprechend wurde alles beiseite geräumt, die Mai-Tanne in der Länge halbiert und nochmals aufgestellt. Widerstandsfähig und beständig steht sie nun trotzdem da und so sollte es doch sein Jahr für Jahr.

Text/Foto Alex Gasche