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Projektwoche Sekundarschule Brugg

Marcel Siegrist
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Während der Projektwoche von Montag, 04. Mai bis Freitag, 08. Mai 2015 haben sich die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Brugg klassenübergreifend in neuen Gruppen mit einem Projekt ihrer Wahl auseinandergesetzt.

Das für alle Projektgruppen geltende Oberthema lautete in diesem Jahr: „Jahrzehnte“. Für viele Lehrkräfte war es somit auch ein Auseinandersetzen mit den eigenen Jugendjahren. Es wurden aber nicht nur die 70er, 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gestreift, sondern auch Jahrzehnte, welche wohl einige hundert Jahre zurück liegen, in ihrer Bedeutung für uns aber dennoch entscheidenden Einfluss hatten. Aber auch ein Blick in die ferne Zukunft fehlte nicht und somit war es den Schülern und Schülerinnen überlassen, sich für eine Woche in ein Jahrzehnt ihrer Wahl zurück oder gar voraus versetzen zu lassen.

Am weitesten zurück wagte sich der Kurs, welcher sich mit dem für den Aargau so entscheidenden Abschnitt von 1415 bis 1425 befasste und dabei neben dem Besuch vieler Schlösser und Burgen viel Wissenswertes über die Eroberung des Kantons durch die alten Eidgenossen vermittelte. Ein bisschen mehr als 400 Jahre später wurde der moderne Bundesstaat gegründet. Mit diesem Thema befasste sich das Projekt „Schweiz von 1840 bis 1850“. Teil dieses Kurses waren auch traditionelle Sportarten in der Schweiz, wie beispielsweise der Nationalsport Schwingen. Eine Exkursion in das Landesmuseum Zürich war ebenfalls Teil dieses Angebotes. Danach erfolgte der Sprung zum Beginn des 20. Jahrhunderts. In jenem Kurs befassten sich die Teilnehmerinnen mit Kunsthandwerk, freiem Gestalten und Fotografieren in Form von Ateliers, in welchen die Teilnehmerinnen auf Grund der hohen Motivation und Selbständigkeit wunderbare Projekte fertigen konnten.

Der nächste Kurs befasste sich mit dem Thema Lebensmittel in den 40er Jahren, als diese knapp waren und sogar Essensmarken ausgegeben wurden. Die Lebensmittelknappheit und das Fehlen moderner Geräte führte damals zu grosser Kreativität im Umgang mit den vorhandenen Lebensmitteln. Auch diesen Punkt konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in diesem Kurs kennenlernen.

Zu Beginn der 50er Jahre wurde in England die Bewegung „Do it yourself“ gegründet, welche bald einmal auch auf das Festland überschwappte. In diesem Kurs wurde mit alltäglichen und weniger alltäglichen Gegenständen und viel Kreativität, Fantasie und Spontanität gebastelt und experimentiert. Dem Wunder von Bern, Elvis, Che, Marilyn Monroe, usw. , alles Ikonen und Berühmtheiten aus den 50er Jahren, wurden in einem weiteren Kurs gedacht, welcher sich mit jenem faszinierenden Jahrzehnt befasste. Natürlich fehlte dabei auch Sissi nicht.

Ob man es als Beginn der modernen Aufrüstung der Grossmächte bezeichnen kann? Dies begann wohl schon früher, aber dennoch waren die 60er Jahre geprägt durch den Wettlauf zum Mond und der Eroberung des Weltalls. Diesem Wettlauf gingen die Teilnehmer jenes Kurses mit Hilfe verschiedener Medien und auch selber gebastelten Raketenmodellen nach.

In den späten 60er, frühen 70er Jahren entstand der Begriff Flower Power. In diesem Kurs lernte man die Zeit der Hippies kennen in Form von Musikfilmen, dem Umgang mit der damaligen Mode, inklusive dem eigenen Nähen und Werken, und dem Erstellen verschiedener Gebäcke.

Vielen Lesern werden Begriffe wie ABBA, weisser Hai, Grease, Frauenrechte und das Attentat in München durchaus bekannt sein. Mit ihnen befasste sich der Kurs der 70er Jahre. In der Ausschreibung zum Kurs 80er Jahre stand unter anderem, dass es das Jahrzehnt war, welches vom guten Geschmack verlassen wurde. Zudem war es die Zeit der ersten Computerspiele und das Jahrzehnt, als die meisten Eltern der Schüler und Schülerinnen Teenies waren und ihren Grosseltern peinlich fanden.

Einen Blick in die ferne Zukunft, speziell bezogen auf die Schule, wagten die Schülerinnen und Schüler des Theaterprojektes., welche die eingeübten Collagen am Freitag Mittag einem grossen und begeisterten Publikum in Form einer sehr unterhaltsamen Theaterproduktion zeigen durften. Dabei faszinierte nicht nur dem Umgang mit möglichen Formen des Unterrichtens in der Zukunft, sondern auch das Einflechten diverser Eigenschaften aktueller Lehrpersonen an der Sekundarschule Freudenstein.

P. Richner