Leserbeitrag

Quartierrundgang unterer Kappelerhof und Brisgi

Quartierrundgang anlässlich 100 Jahr Jubiläum

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Zahlreiche Kappelerhöflerinnen und Kappelerhöfler finden sich zum 2. Quartierrundgang ein. 1.Überraschung: im Erdgeschoss des Brisgihochhauses wird vom Bewohner Benny Riz ein Apéro offeriert. Es folgt die 2. Überraschung: mit dem Lift geht es in die Höhe auf das Dach des 19 stöckigen Gebäudes. Der untere Kappelerhof zeigt sich in seiner ganzen Länge: die Bruggerstrasse, Gruppen von verschiedenartigen Gebäudeformen, Einfamilienhäuser, Wohnblöcke, Wohnsiedlungen, Terrassenhäuser, Hochhäuser. Dazwischen Bäume, Gärten. Alles eingerahmt vom Wald und von der Limmat.

Silvia Hochstrasser von der Info Baden erzählt kompetent und unterhaltsam von der Entstehung und Bedeutung des Brisgiareals im Zusammenhang mit den italienischen Gastarbeitern. Diese wurden anfänglich eher kritisch aufgenommen. Zu vieles war fremd. Doch nach und nach gelang die Integration und die Pizza wurde auch für Schweizer zu einem geschätzten Essen.
Frau Hochstrasser erläutert die Rolle des Ehepaares Angelo und Olga Gaiffi. Olga führte die Kantine, Angelo war für die Italiener der Sheriff, zuständig für alles, was die Arbeiter nötig hatten.
Die Bedeutung des Wortes Brisgi ist unklar. Eine mögliche und sinnvolle Erklärung findet sich in der jenischen Sprache. Dort bedeutet Brisgi Bruder und Schwester. Eine Bedeutung, die eine grosse Herausforderung beinhaltet!
Der Rundgang führt weiter an die Bruggerstrasse. Vor der Bäckerei befindet sich ein Brunnen des Künstlers Papst. In früheren Jahren befanden sich an diesem Ort die Bauernhäuser Meier und Keller.
An der Fluhmattstrasse wird uns bewusst, dass in der Vergangenheit hier Matten, Wiesen an der Fluh, am Felsen sich ausbreiteten.
Als letzte Station des Rundgangs besuchen wir die Kapelle Mariawil. In Kirchen machen sich Menschen als einzelne und als Gemeinschaft Gedanken über Leben und Sterben. Alles Leben stand in früheren Jahrhunderten mehr als heute in Beziehung zu Gott. Der Mensch war sich bewusst, dass alles Leben zum Tode führt und er sich darauf vorzubereiten hatte, wollte er das Glück des Himmels erfahren.
Der Quartierrundgang endet in der schon leicht herbstlichen Nacht in der Sommerlounge bei der Turnhalle. Bei einem wohltuenden Getränk und einem feinen Snack sitzen die Teilnehmenden zusammen und freuen sich über den gelungenen Anlass im Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Quartierverein Kappelerhof.