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Rad-Fernfahrt VC Däniken Weimar - Bremerhaven

Roberto Bumann
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Die Tour begann in der Kulturstadt Weimar, der Goethe und Schiller zu Berühmtheit verhalfen. Die erste Etappe führte die acht Däniker Rad-Fernfahrer und die beiden Begleiter durch Dörfer mit roten Backstein-Häuschen über 101 km zum ostdeutschen Leipzig. Hier wurde die historische Innenstadt und das berühmte Restaurant Auerbachs Keller besichtigt. Am nächsten Tag ging‘s über 135 km auf verkehrsarmen Nebenstrassen durch flaches, waldiges Gelände mit vielen Windrädern nach Magdeburg. Nach einem Bummel in der Altstadt wurde im Rittersaal des Magdeburger Rathskeller, der mehrmals in Schutt und Asche gelegt wurde, getafelt. Die nächste Etappe führte mit einigen Fährüberquerungen über 92 km nach Stendahl mit Strassenbelag in allen Varianten. Asphalt, grobes Kopfsteinpflaster, Betonpisten mit ruppigen Übergängen und nur teil-asphaltierte Kopfsteinpflaster fordern den Velos und Fahrern einiges ab. Hier liegen grosse Abbaugebiete von Baumaterialien. Der Weg führt über Tannemünde, ein historisches Städtchen mit Charme, wo in der St. Nikolai Zeche in mittelalterlicher Umgebung eingekehrt wurde. Weiter geht’s durch Flachland mit grossen Spargel- und Rapsfeldern. Der 145-km Weg nach Dannenberg führt über das historisches Städtchen Havelberg - auf einer Insel gelegen –, und traversiert die ehemalige Ost-West-Grenze an der Elbe, wo noch die Überbleibsel des Grenzstreifens und der Wachposten sichtbar sind. Im Restaurant Alten Markt, bei einem gesprächigen Wirt, dessen gastronomische Philosophie auf origineller Eigenproduktion mit heimischen Produkten statt vorbereiteter „Convenience“ basiert, wird eingekehrt. Die servierten Spargeln mit Kanterschinken aus Eigenanbau mundeten. Lüneberg, das nächste Ziel erreicht der Tross auf einer abwechslungsreichen Route von 105 km. Nach einer schweisstreibenden Steigung gibt der Aussichtsturm die Sicht auf die Elbe und das bewaldete Umland frei. Weiter durch flaches Land und vorbei an Kuhherden geht’s zur verkehrsfreien Altstadt der Hansestadt Lüneburg. Auf der 125-km-Etappe nach Bremen konnte dank Sonnenschein erstmals in „Kurz-Arm“ durch die Lüneberger Heide gefahren werden - ein flaches Gebiet, teils bewaldet teils offen, mit langen geraden Strassen, die nicht aufzuhören scheinen. In rassigem Tempo durch lange Alleen geht’s in die Stadt. Es folgt die Besichtigung der Bremer Altstadt mit der Liebfrauen-Kirche, dem Marktplatz und dem Rathaus mit dem Rathauskeller und davor der Plastik mit den berühmten Bremer-Stadtmusikanten. Die Schlussetappe über 96 km nach Bremerhaven verläuft entlang der Weser. Nur einmal muss ungeplant ein Stacheldraht überwunden werden bevor das Stadtzentrum erreicht wird. In Bremerhaven besichtigten wir die neu gebaute Havenstadt, den Meer-Zoo, und das Restaurant auf dem alten Segelschiff „Seute Deern“, das im alten Hafen festgemacht wurde. Die Hafen-Rundfahrt, demonstrierte die Bedeutung des Hafens (Container-Schiffe mit bis zu 9000 Containern, die in wenigen Stunden fast vollautomatisch be- oder entladen werden, grosse Flächen für die Konstruktion der Off-Shore-Windengergie-Turbinen). Das Deutsche Schifffahrtsmuseum, das die Entwicklung von der Segel- zur modernen Schifffahrt darstellt, und die Begehung des U-Boot Wilhelm Bauer aus dem 2. Weltkrieg waren ein würdiger Abschluss der Velo- und Kulturreise. Die Rad-Fernfahrt über sieben Etappen und mehr als 800 km konnte in voller Länge in kameradschaftlicher Atmosphäre ohne grössere Pannen gefahren werden und wird noch lange Stoff für Erinnerungen bieten.

Roberto Bumann