Leserbeitrag

Reisen in gelebte Leben

Steven Schneider
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pd. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Geschichtenhaus Hirschli lasen vergangenen Samstag acht Frauen aus der ganzen Schweiz aus ihren Büchern, die während eines Jahres in Bad Zurzach entstanden sind. Was für eine Vielfalt! Und obschon keine der Damen literarische Ansprüche hat, waren die Texte von hoher Qualität und so vortrefflich vorgetragen, dass die zweistündige Lesung wie im Flug vorbeiging. Die Zuhörer wurden in die schlesische Heimat einer Autorin entführt, litten mit einer jungen Mutter mit, deren Kind mit fünf Monaten starb, lachten über das so verpönte „Normalsein“ einer Managementberaterin oder lauschten amüsiert einer zarten Liebesgeschichte, die sich in Kanada zwischen einer Schweizerin und einem Schweizer entspinnte.

„Wer sich erinnert, lebt zwei Mal“, sagt Sybil Schreiber, die mit den acht Frauen während eines Jahres an den Büchern gearbeitet hat. Und sie zitiert die deutsche Erfolgsautorin Doris Dörrie, die Kunst einst so definierte: „Wenn mich etwas berührt und mir Kraft gibt, dann ist es Kunst.“ In diesem Sinne konsumierte das gutgelaunte Publikum im Hirschli eine geballte Ladung Kunst, bevor es dann kulinarisch zugreifen durfte: Im zauberhaften Hof hatten die Autorinnen ein leckeres Buffet aufgestellt.

Mehr zu den Biografie-Kursen im Hirschli findet sich unter www.schreiber-schneider.ch. Der nächste Jahres-Biografiekurs, der wiederum von Sybil Schreiber geleitet wird und mit einer öffentlichen Lesung endet, beginnt im November dieses Jahres.