Leserbeitrag

Rheinhafen Basel und der Weg zum Meer

Tagesausflug der CVP Sins

Marcel Siegrist
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3 Bilder

Am 8. Dezember steigt eine muntere Schar in den Car und fährt gemeinsam Richtung Basel. Unterwegs offeriert die CVP Sins einen Kaffee und Gipfeli. Frisch gestärkt erreichen wir den Rheinhafen Kleinhüningen in Basel. Hier empfängt uns Herr Fritz, ein pensionierter Seefahrer. Sofort hat er die ganze Gesellschaft in seinen Bann gezogen, weiss er doch sehr interessantes über die Rheinschifffahrt von einst bis heute zu erzählen. Dazu zeigt er die passenden Bilder und flechtet pointiert eigene Erlebnisse ein.

Der Hafen ist heute ein Logistikzentrum
Herr Fritz erklärt uns die Entwicklung der Rheinschifffahrt als Güterverkehrsträger zwischen Nordsee und Basel. Wir erfahren, dass bereits im 13. Jahrhundert der Rhein Verkehrsträger war, dass 1832 das erste Dampfschiff Basel erreichte und den damals noch sehr gefährlichen Strom bezwang. Die Güterschifffahrt im heutigen Sinne begann erst vor 100 Jahren. Ab 1921 waren riesige Monster, Seitenraddampfer als Schleppschiffe eingesetzt. Später zog der Dieselschlepper Uri im Mittel- und Unterrhein bis acht grosse Schleppkähne und war 3600 PS stark. Heute fährt der Containerverkehr fahrplanmässig ab Basel bis zur Nordsee, aber auch auf allen Weltmeeren. Container werden zum zentralen Element des kombinierten Verkehrs.

Infolge Umstrukturierungen in der Schweizer Industrie, welche zu einer Verminderung der Auslastung der Anlagen führte, wurden Alternativen gesucht. Die Anlagen sind zu einem Logistikzentrum ausgebaut worden und werden laufend noch erweitert und den neuen Bedürfnissen der Industrie angepasst. So steht im Auhafen eine Schweranlage mit einer Krankapazität von 600 Tonnen Stückgewicht. Solche enormen Kranleistungen werden für die Montage und dem Umschlag grosser Kernkraftgeneratoren benötigt. Ebenfalls wurde eine Abteilung für Industrieverpackung (transportgerechte Verpackung von Maschinen nach Übersee) ausgebaut.

Internationale Handelsdrehscheibe
Einen herrlichen Ausblick über die ganze Hafenanlage und die Stadt Basel bietet uns die Sicht von der Siloterrasse. Wir können mitverfolgen wie ein Containerschiff entladen wird und wie die Tankschiffe an- und ablegen. Der Rheinhafen als die Verkehrsdrehscheibe des Rohstoffhandels verdeutlicht die grosse wirtschaftliche Bedeutung des Hafens für die Stadt Basel. Rund 40 % aller Importe und Exporte der Schweiz passieren den Rheinhafen. Der grösste Anteil, nämlich 52% sind Erdöl und Mineralölerzeugnisse, gefolgt von Nahrungs- und Futtermittel 12%, Chemische Erzeugnisse und Düngemittel mit ebenfalls 12%. Weiter werden Eisen, Stahl und Ne-Metalle, Steine, Fahrzeuge und Maschinen in Basel ein- und ausgeladen.
Die Besichtigung des Schweizerischen Schifffahrtsmuseums veranschaulicht nochmals die wirtschaftliche Bedeutung des Rheins für die Schweiz. Es zeigt die grossen Pionierleistungen in Sachen Schiffbau und Ausbau des Stromes. Ebenfalls erfahren wir, dass früher bis zu 40 Zollstellen den Weg zum Meer blockierten. Heute ist der freie Zugang zum Meer via Rhein durch die Mannheimer Akte garantiert.

Gestärkt mit einem feinen Mittagessen in einer typischen Hafenbeiz steigen wir anschliessend beim Schiffsteg Waldhaus in die MS Froschkönig ein. Der Kapitän erzählte uns sehr erfrischend die Geschichte dieses Schleppers, welcher umgebaut wurde und heute als Personenschiff seine Dienste tut. Wir passieren die Schleuse in Birsfelden und biegen ein auf den Rhein, der im Moment sehr viel Wasser führt. Nun bietet sich uns ein herrlicher Blick auf die Stadt Basel. Zurück im Rheinhafen erkunden wir per Schiff die ganze Anlage und fahren am berühmten Dreiländereck vorbei.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Der Vormittag zeigte sich Niederschlagsfrei und gab uns vom Siloturm aus freie Sicht über Basel nach Deutschland und Frankreich. Bis in den Nachmittag hinein herrschte sogar Sonnenschein. Nachdem wir die Schleuse in Birsfelden passiert hatten, und dies draussen miterleben durften, fing es an zu regnen und auf der Heimfahrt begleitete uns ein leichter Schneefall. Ein interessanter Tag, der uns viele neue Einblicke gab in eine unbekannte Welt, aber auch einige Stunden Gemütlichkeit bot, fand in Sins seinen Abschluss. Die Präsidentin, Regine Villiger dankte den beiden Organisatoren Roger Steinmann und Rico Hartmann für die vorzügliche Organisation dieses Tages. Weitere Bilder sehen Sie unter www.cvp-sins.ch.